Automobilindustrie
Volkswagen zieht an Toyota vorbei

Volkswagen ist der leistungsfähigste Automobilkonzern der Welt, zeigt eine Studie. Damit distanziert der Wolfsburger Konzern erstmals den langjährigen Sieger Toyota, der besonders bei den Finanzindikatoren schlecht abschneidet. VW dagegen habe laut der Autoren der Studie seine Leistungsfähigkeit in der Krise steigern können.

FRANKFURT. Europas größter Autohersteller Volkswagen überholt den japanischen Branchenprimus Toyota auf Basis der Analyse von 15 einschlägigen Finanz- und Marktindikatoren. Das ist das Ergebnis des zum fünften Mal vom Center of Automotive der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach erstellten Branchenvergleichs "Automotive-Performance" (API). Die bislang unveröffentlichte Studie liegt dem Handelsblatt vor.

Autoprofessor Stefan Bratzel hat dazu die Leistungskraft der 17 größten Automobilhersteller für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008 und das erste Quartal 2009 verglichen. Volkswagen wird auf dieser Grundlage erstmals zum "Top-Automotive Performer" gekürt, weil der Konzern im Unterschied zu den Wettbewerbern "seine Leistungskraft im Krisenjahr 2008 sogar noch steigern konnte und sich auch zu Beginn des Jahres 2009 widerstandsfähiger zeigt", sagt Branchenkenner Bratzel. Damit überholt VW den langjährigen Sieger Toyota, der erstmals in vielen Leistungskriterien zurückfällt. "Toyota schreibt Verlust und schneidet bei den Finanzindikatoren allgemein dramatisch schlecht ab", sagt Stefan Bratzel. Ungewohnt für die erfolgsverwöhnten Japaner, die unter neuem Management nach einer Antwort suchen.

Die Lage der Autoindustrie insgesamt bleibt kritisch. Im ersten Quartal 2009 erlitten die globalen Hersteller Absatzeinbrüche von mehr als 25 Prozent. Die Mehrzahl schreibt deutliche Verluste. Der Auswertung zufolge waren im Massengeschäft in den ersten drei Monaten des Jahres lediglich drei Hersteller profitabel: Hyundai, Suzuki und Volkswagen (s. Grafik). Selbst Fiat, im Jahr 2008 noch unter den Spitzenverdienern im Autogeschäft, sackte in die Verlustzone.

Was macht das Erfolgstrio aus? Neben der Abwrackprämie in Deutschland treibt die Vorherrschaft im weiter wachsenden chinesischen Markt den Absatz des Wolfsburger Konzerns an. Dazu kommt Volkswagens langjährige Schwäche in Nordamerika, die sich angesichts des gewaltigen Einbruchs im ehedem größten Markt der Welt derzeit als Vorteil erweist. "Die in den USA starken Hersteller wie Toyota, Honda und Nissan verlieren dagegen überproportional", sagt Autoprofessor Bratzel.

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