Automobilkonzern
Daimler mit sattem Gewinn

Einen deutlichen Anstieg des operativen Gewinns meldet der Daimler-Konzern. Das Betriebsergebnis des Mercedes-Herstellers legt stärker zu als der Umsatz. Dennoch verlangt der Konzern Zugeständnisse der Mitarbeiter.
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StuttgartDaimler hat dank zahlreicher neuer Pkw-Modelle und Einsparungen den Gewinn im zweiten Quartal kräftig gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft stieg von April bis Juni um zwölf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich binnen Jahresfrist um sechs Prozent auf 31,5 Milliarden Euro. „Wir wachsen profitabel, unsere Strategie trägt Früchte - wir kommen kontinuierlich auf unserem Weg voran“, erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche am Mittwoch. Mit neuen Modellen wie der S-Klasse und der C-Klasse, dem meistverkauften Mercedes-Modell, und dem Kompakt-Geländewagen GLA hatte die Marke mit dem Stern im ersten Halbjahr einen Rekordabsatz eingefahren.

Der Konzern bekräftigte seine Ziele für das Gesamtjahr. Der Umsatz sowie das Ebit in den Sparten Pkw und Lkw sollen 2014 deutlich steigen. Dazu soll das Ebit aus dem laufenden Geschäft im zweiten Halbjahr höher ausfallen als im ersten, erklärte Finanzvorstand Bodo Uebber. Zetsche hat als Ziel ausgegeben, die Rendite in der Pkw-Sparte mittelfristig auf zehn Prozent vom Umsatz zu steigern. Bis 2020 will Daimler den vor zehn Jahren verlorenen Thron als größter Premium-Hersteller von BMW zurückerobern. Die Volkswagen-Tochter Audi hat allerdings den selben Plan und liegt derzeit knapp vor den Schwaben auf Platz zwei.

Daimler plant Milliarden-Investitionen in drei deutsche Standorte, verlangt aber im Gegenzug Zugeständnisse der Mitarbeiter. Wie das „Handelsblatt“ berichtet sollen in den kommenden Jahren drei Milliarden Euro in die Standorte Sindelfingen, Stuttgart-Untertürkheim und Gaggenau fließen. Dafür verlange das Unternehmen aber ein Entgegenkommen der Beschäftigten, wie etwa längere Arbeitszeiten.

Mit Einsparungen bei den Lohnkosten möchte die Firma demnach die Kosten über das bisher bekannte Maß hinaus senken – um rund zwei Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren.

Dem eigenen Renditeziel kam Mercedes-Benz Pkw im zweiten Quartal einen Schritt näher: Vom Umsatz blieben 7,9 Prozent als Gewinn hängen. Im Gesamtjahr 2013 waren es 6,5 Prozent. BMW und Audi verdienten im ersten Quartal dagegen 9,5 und zehn Prozent vom Umsatz - das war zwar ein spürbarer Rückgang im Vorjahresvergleich, aber noch immer deutlich mehr als die Daimler Pkw-Sparte schaffte.

Der operative Gewinn fiel besser aus als von Analysten erwartet. Sie hatten im Mittel ein bereinigtes Ebit von 2,39 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 31,75 Milliarden Euro vorhergesagt. Das Konzernergebnis war wegen Sondereffekten mit 2,2 Milliarden Euro nicht mal halb so hoch wie vor einem Jahr. Damals hatte der Verkauf von Aktien des Rüstungs- und Raumfahrtkonzern EADS, der inzwischen Airbus heißt, gut drei Milliarden Euro in die Kasse gespült. Positiv wirkte sich im vergangenen Quartal die Neubewertung des Daimler-Anteils am amerikanischen Elektroauto-Pionier Tesla aus – der Gewinn stieg dadurch um 650 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Automobilkonzern: Daimler mit sattem Gewinn"

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  • Da haben Sie vollkommen recht --> Zitat:

    Sind wir Bürger/Wähler/Mitarbeiter bekloppt, das man sich diese Unverschämtheit gefallen lässt ! Zu still und zuschauend!

    Aus diesem Grund und da die meisten Abgeordneten im Bundestag ganz offenbar ihre eigenen und die Ziele der Großunternehmen verfolgen, gehe ich auch zu keiner Wahl mehr. Da können die reden wie sie wollen; mein Vertrauen in die Politik ist nachhaltig zerstört.

  • Es gab ja eine Doku über Leih- und Werksverträge im TV und dieses Unternehmen spielte die Hauptrolle.

    Die Loyalität im Hause soll auch nicht mehr die beste sein, wie man so liest und hört.

    Die Gewerkschaft und Betriebsrat hatten auch in der Phase der oben genannten "Entscheidungen" ihren Tiefschlaf, oder sah es nur so aus.

    Die Deregulierung im Arbeitsrecht durch ROT/GRÜN macht es möglich und die damaligen verantwortlichen "Volksvertreter" bekamen Ihre private "Belohnung" nach der politischen "Karriere" !

    Ach ja, die überlaufenden, politisch geduldeten Steuer-Oasen werden zu den satten Gewinnen natürlich nicht hinzu gerechnet. Ist ja keine Pflichtangabe !

    Sind wir Bürger/Wähler/Mitarbeiter bekloppt, das man sich diese Unverschämtheit gefallen lässt ! Zu still und zuschauend!

    Einfach gesagt, Lobbyismus pur und krank !

  • Die Bewertbarkeit von Gewinnen und Umsätzen gerade bei Großunternehmen ist nur bedingt nachvollziehbar. Bedingt durch ein komplett vermurkstes Steuerrecht drehen die Bilanzbuchhalter in ihrer unheiligen Allianz mit den Wirtschaftsprüfern die Ergebnisse so hin, dass alle glücklich sind: Investoren, Banken und das sog. Management.

    Die Finanzämter, die Bürger unseres Landes sowie die Beschäftigten bei Daimler sind darüber sicher nicht so unbedingt happy!

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