Automobilzulieferer
Conti schließt Werk in Frankreich nun doch

Die Verhandlungen mit einem arabischen Investor über einen Verkauf des Werkes im französischen Clairoix sind gescheitert, das Werk soll nun geschlossen werden. Wegen Überkapazitäten hatte Conti zuvor die Aufgabe des Standorts beschlossen, was zum Teil gewalttätige Proteste der Belegschaft ausgelöst hatte. Mehr als Tausend Beschäftigte sind betroffen.

MÜNCHEN.Der Autozulieferer Continental muss das Werk im französischen Clairoix nun doch endgültig dichtmachen. Die Verkaufsverhandlungen mit dem arabischen Investor MAG wurden ergebnislos beendet. "Damit wird das Werk nicht wieder in Betrieb genommen", sagte ein Conti-Sprecher gestern. Von der Schließung sind 1 120 Beschäftigte betroffen.

Wegen Überkapazitäten hatte Conti die Aufgabe des vergleichsweise teuren Standorts beschlossen. Der Schritt löste zum Teil gewalttätige Proteste der Belegschaft aus, auch die französische Politik schaltete sich ein. Neue Hoffnung entstand durch das Interesse von MAG: Der arabische Investor stellte etwa 400 Werksmitarbeitern eine Weiterbeschäftigung in Aussicht.

Nun greift lediglich der bereits vereinbarte Sozialplan für alle Beschäftigten. Dieser sieht eine Einmalzahlung von 50 000 Euro pro Mitarbeiter vor. Man hoffe, dass möglichst viele Beschäftigte zum Beispiel über die laufenden Qualifizierungsmaßnahmen einen neuen Job bekämen, hieß es bei Conti. Der Konzern hatte die Produktion in dem Werk seit dem Frühjahr ruhen lassen. Entgegen ursprünglichen Plänen wurde die Fertigung auch nicht mehr vorübergehend hochgefahren.

Mit den gescheiterten Verhandlungen mit MAG ist nun wohl die letzte Chance für das Werk dahin. In den Gesprächen gelang es nicht, eine Absichtserklärung zu unterzeichnen. Man habe keine gemeinsame Basis für die weiteren Verhandlungen gefunden, hieß es zur Begründung. Ein Conti-Sprecher betonte, dass der Konzern einen Vorschlag gemacht habe. Im Umfeld wurde betont, dass die Gespräche nicht am Preis oder am Umfang des Technologietransfers gescheitert seien.

Der stellvertretende MAG-Vorstandschef Fawaz Sabri erklärte: "Wir hätten mit dem Einstieg in das Reifenproduktionsgeschäft gern unsere Wertschöpfungskette erweitert." Es sei aber bei einer Reihe von Details keine Einigung möglich gewesen. Die MAG-Gruppe ist in Dubai beheimatet und wollte in Clairoix drei Mio. Reifen im Jahr herstellen.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
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