Automobilzulieferer
Conti verzichtet auf Produktion von Batteriezellen

Conti will vorerst keine Partnerschaft mit einem Batteriehersteller eingehen und sucht nach eigenen Worten nach einer unabhängigen Strategie im Bereich der Batterieproduktion. Energiespeicher selbst herstellen will das Unternehmen jedoch nicht. Der neue Conti-Chef Elmar Degenhart will aber den Antrieb für Elektroautos liefern.

DÜSSELDORF. Der neue Continental-Chef Elmar Degenhart schlägt einen Sonderweg ein. Anders als andere Zulieferer und Autokonzerne sucht Conti nach seinen Worten eine unabhängigen Strategie im Bereich der Batterieproduktion. Auch eine Eigenproduktion von Energiezellen für Elektroautos plant der Zulieferer demnach nicht. Die Batterietechnik gilt als Schlüssel für die Massenproduktion von Elektroautos. "Unklar ist noch, in welche Richtung es bei den Batterien gehen wird. Sich nicht festzulegen ist deshalb kein Nachteil", sagte Degenhart dem Handelsblatt.

Der neue Vorstandschef, seit Anfang August im Amt, verweigert sich damit dem Branchentrend und münzt Contis Isolation in eine Tugend um. Während immer mehr Hersteller und Zulieferer Allianzen mit Batterielieferanten eingehen, bleiben die Niedersachsen außen vor.

Die Teilnahme an einem Joint Venture mit dem Autokonzern Daimler und dem Mischkonzern Evonik zur Produktion moderner Lithium-Ionen-Batterien in Dresden war zum Jahreswechsel an Contis klammer Finanzlage gescheitert, hieß es in Kreisen des Unternehmens. Europas zweitgrößten Autozulieferer hinter Bosch drücken gut zehn Mrd. Euro Schulden.

Degenharts Vorgänger Karl-Thomas Neumann hatte bereits im November 2008 gewarnt, die Industrie erreiche einen Zustand, in dem sich "Partnerschaften verfestigten". So betreibt Rivale Bosch seit mehr als einem Jahr ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem koreanischen Batteriespezialisten Samsung SDI. Moderne Batterietechnologie gilt als Basis von umweltfreundlichen Hybridfahrzeugen und Elektroautos.

Der neue Conti-Boss sieht sein Unternehmen dennoch nicht im Hintertreffen. Er könne nicht erkennen, dass Continental etwas verpasst habe, betonte der Konzernchef. Degenhart gilt als Vertrauter von Großaktionär Schaeffler. "Die Optionen gehen uns nicht aus. Der Markt ist noch ungeordnet, es gibt zu viele Akteure", sagte Degenhart. Conti werde am Ende seinen Platz finden.

Für Stefan Lorenz, Chef der Energiemanagementsysteme des Autozulieferers, ist die eigene Produktion innovativer Energiespeicher nachrangig. Entscheidender, sagte Lorenz, sei das Wissen um die Funktionsweise der Batterie. "Conti muss nicht selbst Batteriezellen herstellen, was wir brauchen, ist Batteriekompetenz. Die haben wir." Gemeinsam mit den Konkurrenten Johnson Controls aus den USA und ZF aus Deutschland fertigt Conti das Energiesystem für die Hybrid-Variante der Mercedes S-Klasse. Der S400 nutzt die Bremsenergie als Schub für den Antrieb, kann aber nicht selbstständig elektrisch fahren. Die Niedersachsen steuern das Energiemanagement bei.

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