Automobilzulieferer
Contis Zukunft steht in den Sternen

Continental-Chef Karl-Thomas Neumann spricht von harten Zeiten und vom Sparen - und denkt perspektivisch aber auch schon wieder an Zukäufe. Dabei hat Neumann vor allem Asien im Visier.

Launig begann Continentals Vorstandschef Karl-Thomas Neumann seinen Vortrag. Der Titel war eher dröge: „Technologieführerschaft durch strategische Akquisitionen und Kooperationen“. Er sei vom Sternzeichen her ja Widder, ließ der Manager das Publikum des Automobilwoche-Kongresses vorweg wissen.

Gut 18 Stunden zuvor hatte Contis Großaktionärin Maria-Elisabeth Schaeffler an selber Stelle verkündet: „Ich bin Löwe.“ Als Neumann das hörte, ließ er nicht locker, suchte beim Internetsuchdienst Google nach der Konstellation Widder-Löwe. Seine Erkenntnisse passen zur verfahrenen Lage der Zulieferer: „Beide wollen dominieren. Also wird es zwischen den beiden zunächst mal einen Machtkampf geben“, sagte Neumann verschmitzt. Dann stehe aber „einer aufregenden Beziehung nichts im Wege“. Selbst wenn es dennoch Ärger geben sollte, sieht sich der Conti-Chef auf der sicheren Seite: „Dafür haben wir ja unsere Investitionsvereinbarung.“ Das Signal kam an: Seinen Humor hat der neue Conti-Chef trotz der ernsten Lage nicht verloren.

Den Deal zu stemmen fällt den Franken jedoch angesichts von Finanz- und Branchenkrise schwer. Neumann, der sich intern ebenfalls sorgenvoll äußert, blockt nach außen ab. „Meine Aufgabe besteht nicht darin, mir um Schaeffler Sorge zu machen“, sagt der 47-Jährige. „Ich fokussiere mich auf mein Geschäft. Uns steht ein schwieriges Jahr 2009 bevor.“ Die gebeutelten Autobauer dürften den Preisdruck auf die Zulieferer weiter erhöhen, befürchtet der Manager.

Contis Konsequenz: „In Folge der Finanzkrise gehen wir viel schärfer vor und haben eine komplett andere Gangart eingelegt. Jetzt stellen wir alles auf den Prüfstand und schauen genau, welche Projekte wir nicht mehr machen können.“ Jeden Tag werde neu adaptiert, sobald neue Produktionskürzungen der Hersteller eintrudelten.

„Wir können nicht Umsatz verlieren, ohne die Kosten anzupassen“, sagt Neumann. Deshalb würden Fabriken jetzt noch länger als bereits geplant geschlossen. Der Standort Regensburg arbeitet bereits nur noch vier Tage die Woche. Damit nicht genug: „Wir denken auch darüber nach, Verwaltungsstandorte im Autobereich zu Weichnachten dicht zu machen“, kündigt Neumann an.

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