Automobilzulieferer Delphi
Das große Geschäft mit dem autonomen Fahren

Einen selbstfahrenden Audi Q5 hat Delphi schon auf die Straße gebracht. Mehr sollen folgen, denn der US-Zulieferer richtet sich konsequent auf das autonome Fahren aus. Das Geld kommt noch aus der Einspritztechnologie.
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Wuppertal Jeff Owens glaubt, dass Delphi das Comeback endgültig geschafft hat: „Wir sind zurück“, sagt der Technikchef des US-Zulieferers. Jahrelang stand Delphi unter dem amerikanischen Insolvenzrecht Chapter 11. Doch inzwischen hat sich der vor 15 Jahren vom GM-Konzern abgespaltene Automobilzulieferer auf Zukunftsthemen fokussiert und konzentriert sich auf Assistenzsysteme, Kommunikationssysteme und Einspritztechnik für den Antriebsstrang.

Mit 17 Milliarden Dollar ist das Unternehmen weniger als halb so groß wie die Branchenführer Bosch und Continental. Angst vor der übermächtig erscheinenden Konkurrenz hat Owens nicht. „Wir gehören zu den Zulieferern, die bei Sicherheit, Kommunikation und Vernetzbarkeit alles anbieten“, sagt Owens im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Und wir können das weltweit.“

Erst im Mai feierten die Amerikaner die Durchquerung der Staaten mit einem selbstfahrenden Auto. Vergleichbares haben bislang nur Autohersteller geschafft. Allein Bosch verfügt als Zulieferer ebenfalls über komplett selbstfahrende Testautos.

Gerade hat Volkswagen den US-Konzern mit Sitz in Großbritannien als Zulieferer des Jahres gewählt. Bei der IAA im September wird Delphi einen deutschen Kunden für sein Gestenerkennungssystem nennen – ein weiterer Achtungserfolg. „Delphi hat zuletzt einige Erfolge erzielt und ist wieder besser unterwegs“, bestätigt Autoexperte Stefan Bratzel , Leiter des Forschungszentrums CAM in Bergisch-Gladbach. „Aber es hat auch lange gedauert, bis die Amerikaner wieder auf die Füße gekommen sind.“

Um seine Mittel auf die Zukunftstechnologien zu konzentrieren, verkaufte Delphi vor wenigen Monaten seine Thermotechnik mit einer Milliarde Euro Umsatz für 640 Millionen Euro an den deutschen Konkurrenten Mahle, weil sie nicht mehr so recht ins Konzept passte und nicht groß genug war.

„Wenn eine Sparte zur Commodity wird, sind wir bereit, uns davon zu trennen“, sagt Owens. Delphi geht damit einen ähnlichen Weg wie ihn jetzt Bosch vorhat. Die Schwaben wollen sich von ihrem Startergeschäft trennen. „Die Unternehmen stoßen Geschäfte ab, die noch gut laufen, aber keine so große Zukunft haben oder in die sie zu viel investieren müssten“, sagt auch Autoexperte Bratzel. Der Trend ist unter den großen Zulieferern deutlich. Auf die Stärken konzentrieren, ist das Motto in der Branche. „Es wird noch weitere Konsolidierung geben“, ist auch Owens sicher.

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1,7 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung

Kommentare zu " Automobilzulieferer Delphi: Das große Geschäft mit dem autonomen Fahren"

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  • vielleicht sollten die einschlägigen Hersteller mal eine repräsentative Umfrage starten, wer so eine Technologie nachfragt. Nicht alles was technisch möglich ist, macht auch Sinn und wird gekauft.
    Es geht darum, evt. viel Forschungsgeld einzusparen. Aber das zahlt ja der Steuerzahler, der vielleicht gar kein selbst fahrendes Auto will.

  • das wird der gleiche Flop wie e-Auto. Wer möchte seinen Porsche selbstfahrend ? Der hat seinen Reiz nur wenn er selbstgehandelt wird.
    Das selbstfahrende Auto ist m.E.der Anfang vom ferngesteuerten/ geregelten Auto zur Verkehrsoptimierung. Da kann ich mich gleich in einen Bus setzen und mir das Geld für einen Geländewagen mit 595 PS sparen.

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