Automobilzulieferer in der Krise
Zulieferer kappen die Produktion

Der Absatzeinbruch der Automärkte und die weltweite Finanzkrise gefährden immer mehr Automobilzulieferer in ihrer Existenz. Durch die in der vergangenen Woche beschlossene Tariferhöhung in der Metallindustrie kommen auf die Autobranche nun weitere Belastungen zu – viele Zulieferer flüchten sich in Produktionsstopps und Kurzarbeit.

HAMBURG. Branchenbeobachter rechnen angesichts der akuten Probleme von Opel und weiteren Kürzungen bei Daimler mit neuen Schreckensmeldungen.

„Es droht eine dramatische Entwicklung. Selbst wenn die Auftragsbücher voll sind, fehlt es den Zulieferern an Liquidität“, warnt Autoanalyst Frank Schwope von der NordLB. So steht etwa die französische Autobatterietochter des US-Konzerns Johnson Controls vor dem Aus. Gesteuert wird die Produktion mit rund 270 Mitarbeitern in Grand Quevilly von der europäischen Batteriezentrale der Amerikaner, die in Hannover sitzt. Als Grund führte das Unternehmen dramatische Absatzrückgänge in der Autoindustrie, verbunden mit einer schwachen Ersatzgeschäftsnachfrage für Standard-Autobatterien an.

Vergangene Woche hatte der bayerische Zulieferer Geiger Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 740 Mitarbeiter, teilte der Hersteller von Kunststoffkomponenten mit. Vorerst weitermachen kann dagegen das wegen fehlender Zahlungseingänge bedrohte niedersächsische Unternehmen Gimotive/Stankiewicz. Angesichts des drohenden Liquiditätsengpasses lassen die Banken den Geldhahn erst einmal offen. Bis Ende nächster Woche muss der Zulieferer aber mit den Kreditinstituten, Kunden und dem Land Niedersachsen eine Lösung finden. Mehr als 1 000 Jobs stehen auf dem Spiel.

Branchenkenner wie Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen sehen eine Beschleunigung der Konsolidierung als unumgänglich an. „Die Zahl der Zulieferer in Europa und den USA wird noch schneller zurückgehen. Dafür entstehen neue in China“, sagt Dudenhöffer. Gefährdet sind nicht nur Mittelständler. „Auch die Großen können hops gehen“, sagt Dudenhöffer. Vor allem die US-Zulieferer seien bedroht. „Visteon ist fast tot. Delphi geht verloren, wenn es General Motors erwischt“, prognostiziert der Autoexperte.

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