Automobilzulieferer
Reifenkonzerne peilen Conti an

Das Interesse konkurrierender Reifenhersteller an der Gummisparte des Automobilzulieferers Continental konkretisiert sich, Wettbewerber prüfen die Übernahmechancen. Während Contis Arbeitnehmervertreter einen Verkauf strikt ablehnen, kauft Großaktionär Schaeffler weiter Anteile zu.

mcs/hz/rob/kk/fmk HAMBURG. Beteiligten Personen zufolge setzen sich mehrere internationale Reifenkonzerne intern mit den finanziellen und rechtlichen Modalitäten einer Übernahme auseinander. "Es wird sicherlich kartellrechtliche Diskussionen geben, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Wettbewerber kaufen kann", sagte ein Insider dem Handelsblatt.

Der vom fränkischen Familienunternehmen Schaeffler übernommene niedersächsische Dax-Konzern sondiert derzeit die Optionen für seine vor kurzem gebildete Rubber-Group. Zu dieser gehören die PKW- und LKW-Reifendivision sowie der Schlauchspezialist Conti-Tech. Der neue Vorstandschef Karl-Thomas Neumann sieht vor allem in der anderen Konzernsparte, der Automotive-Group, angesichts umweltfreundlicher Technologien Zukunftschancen und Synergien mit Großaktionär Schaeffler.

Aktuell muss Neumann aber vordringlich die mehr als zehn Mrd. Euro Schulden des Konzerns nach dem Kauf der Siemens-Tochter VDO im vergangenen Sommer abtragen. Die Last des Zukaufs hatte den Einstieg Schaefflers erleichtert. Beobachter taxieren den Gesamtwert der Gummisparte auf sieben bis elf Mrd. Euro.

Contis Arbeitnehmervertreter lehnen einen Verkauf dagegen ab. "Die Reifensituation ist insgesamt schwierig, eine Übernahme durch einen Dritten kann es aber nicht sein", sagte Vize-Aufsichtsratschef Werner Bischoff von der Gewerkschaft IG BCE dem Handelsblatt. "Einen Partner zur Expansion für die Reifendivisionen halte ich dagegen für sinnvoll." Es komme auch ein Finanzinvestor infrage - vorausgesetzt, es sei der richtige.

In einem internen Schreiben an die rund 150 000 weltweiten Mitarbeiter des Konzerns hatten Neumann und seine drei Vorstandskollegen am Freitag unterstrichen, es sei ihre Pflicht, "alle Möglichkeiten zur richtigen Aufstellung des Unternehmens auszuloten". Ziel sei es, dass "die Rubber-Group nachhaltig selbstständig bleibt und organische wie externe Wachstumschancen wahrnehmen kann".

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