Automobilzulieferer: Süddeutscher Felgenhersteller BBS meldet Insolvenz an

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Süddeutscher Felgenhersteller BBS meldet Insolvenz an

Die Pleitewelle bei den kleineren Automobilzulieferern gewinnt an Wucht. Am gestrigen Dienstag hat es den Felgenhersteller BBS Kraftfahrzeugtechnik in Schiltach/Schwarzwald erwischt. Die Neuordnung in der stark mittelständisch geprägten Branche gewinnt damit an Tempo .

mwb STUTTGART. Als Grund für den Insolvenzantrag gab das Unternehmen Zahlungsunfähigkeit und das Wegbrechen eines Großkunden an. Eine Auffanglösung sei an einer Bank gescheitert. Der Technologieführer bei hochwertigen Leichtmetallrädern hatte noch kurz zuvor den Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates mitgeteilt. Der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring sollte Hans-Peter Hirner, 71, ablösen. Doch die Kontakte des Ex-Politikers reichten offensichtlich nicht aus, um das Debakel abzuwenden. Vom Unternehmen war keine weitere Stellungnahme zu erhalten.

Es ist der zweite Insolvenzfall binnen zwei Wochen. Erst Ende Januar hatte ISE Innomotive Systems Europe und ISE Industries bei Köln Insolvenz angemeldet. Der Zulieferer mit rund 450 Mill. Euro Umsatz und 2 800 Mitarbeitern beliefert fast alle Hersteller in Deutschland mit Scharnieren, Pressteilen und Karosseriemodulen.

Für das vergangene Jahr hatte BBS im Januar einen hohen Verlust angekündigt, „der nach vorläufigen Berechnungen über den einstelligen Millionenbereich hinausgeht“. Das Ergebnis habe wegen hoher Rohstoffkosten vor allem für Aluminium mit Preissteigerungen um 40 Prozent deutlich unter den Erwartungen gelegen, hieß es damals. Der Konzernumsatz von BBS legte 2006 auf 200 (189,9) Mill. Euro zu. Bereits 2005 hatte BBS einen Verlust von 1,7 Mill. Euro ausgewiesen.

Die Neuordnung in der stark mittelständisch geprägten Branche gewinnt damit an Tempo. Vor allem kleinere Lieferanten der Autoindustrie, die vorwiegend leicht ersetzbare Teile produzieren, leiden unter dem steigenden Preisdruck der Autokonzerne bei gleichzeitig hohen Rohstoffkosten. Nach einer Studie der IKB Deutsche Industriebank ging die Rohertragsquote kleinerer Firmen das dritte Jahr in Folge deutlich zurück. Das Pleiten-Risiko wachse. Auch die Zukunft des überschuldeten Weltmarktführers bei Autospiegeln Schefenacker entscheidet sich in den nächsten Tagen.

BBS wurde 1970 von Heinrich Baumgartner und Klaus Brand (Kurzform für Baumgartner Brand Schiltach) gegründet. Zwei Jahre später produzierte BBS die ersten dreiteiligen Rennfelgen. Im Jahr 1976 entstand die erste Auslandstochter. Die erste Serienfahrzeugfelge 1983 fand starken Absatz. Es folgte 1987 der Börsengang des expandierenden Unternehmens und eine weitere Internationalisierung. Vor allem im Rennsportbereich leistete sich BBS teure Neuentwicklungen.

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