Automobilzulieferer
US-Investor Ross kauft Stankiewicz

Der US-Investor Wilbur Ross kauft den niedersächsischen Autozulieferer Stankiewicz aus der Insolvenz. Ross treibt damit nicht nur in den USA die Konsolidierung der Kraftfahrzeug-Zulieferindustrie voran, sondern auch in Europa. Denn mit Stankiewicz steigt Ross eigenen Angaben zufolge zu einem der führenden Hersteller für Schallisolationen auf.

DÜSSELDORF. Der Investor will den Großteil der Stankiewicz-Belegschaft in Deutschland erhalten. 840 der 970 Mitarbeiter würden vom amerikanischen Autoteilekonzern International Automotive Components (IAC) übernommen, teilte Insolvenzverwalter Christopher Seagon am Montag mit. Europaweit übernimmt IAC neun Standorte mit 1 200 Beschäftigten und 150 Mio. Euro Umsatz. "Im Verbund mit IAC hat Stankiewicz gute Chancen, die aktuelle Situation zu meistern und aus der Krise gestärkt hervorzugehen", sagte Seagon. Mit der Akquisition rücke IAC im Bereich Auto-Teppiche und-Akustik zu einem der Weltmarktführer auf, sagte IAC-Chef Ross.

Die nicht börsennotierte IAC kommt mit 23 000 Mitarbeitern auf einen Jahresumsatz von mehr als drei Milliarden Dollar. Die frühere Continental-Tochter Stankiewicz hatte Ende Dezember als einer der ersten größeren Autozulieferer wegen der Krise Insolvenz angemeldet. Die Firma stellt unter anderem Schallisolationssysteme für Audi, BMW und Daimler her.

Alle Autobauer haben ihre Produktion wegen der Absatzkrise drastisch zurückgefahren und nehmen den Zulieferern kaum noch Teile ab. Stankiewicz kam zuletzt auf einen Umsatz von 270 Millionen Euro bei weltweit mehr als 2 100 Mitarbeitern. Letzter Eigentümer war ein niederländischer Finanzinvestor.

Der Milliardär Ross hat bereits mehrere Zulieferer in den USA übernommen. Er gilt als Schnäppchenjäger in der Beteiligungsbranche, war aber vor kurzem mit dem Versuch gescheitert, den indischen IT-Dienstleister Satyam zu kaufen.

Mit Material von Reuters.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent
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