Automobilzulieferer
"Wir haben kein Klümpchenrisiko"

Der amerikanische Autozulieferer Delphi war früher Teil von General Motors. Noch immer macht er ein Viertel seines Umsatzes mit der ehemaligen Mutter. Deutschland-Chef Michael Gassen sieht seinen Konzern trotz der GM-Probleme auf Wachstumskurs: "Die sechs größten Kunden tragen jeweils mit 10 Prozent zu den Erlösen bei. Wir haben kein Klümpchenrisiko", sagte er im Interview. Trotzdem kommt auch sein Konzern nicht ohne Kurzarbeit aus.

Herr Gassen, wie stark würde Delphi ein Kollaps der US-Autobauer treffen?

Gassen: Delphi, früher einmal Teil des GM Konzerns, macht im laufenden Jahr weltweit noch rund 25 Prozent seines Umsatzes mit GM - in Europa sind es zwölf Prozent. Mit Ford beträgt das Geschäft weltweit neun Prozent und in Europa liegt es bei etwa zehn Prozent. Chrysler ist nur mit einem Prozent Umsatz Kunde von Delphi.

Würde ein Gang der großen US-Hersteller unter das Insolvenzrecht Delphi in Existenznot bringen?

Es würde uns wie jeden anderen großen Zulieferer treffen - nicht weniger aber auch nicht mehr.

Sind Sie also nicht mehr so abhängig von GM?

Die Abhängigkeit von einzelnen Kunden ist bei uns nicht mehr so stark ausgeprägt. Die Hälfte unseres Europaumsatzes machen wir mit deutschen Autoherstellern. Die sechs größten Kunden tragen jeweils mit 10 Prozent zu den Erlösen bei. Wir haben also kein Klümpchenrisiko.

Welche Bedeutung hat denn das Europageschäft am Weltumsatz?

Derzeit tragen wir etwa 30 Prozent zum weltweiten Umsatz bei. Ich gehe aber davon aus, dass wir trotz Krise in den nächsten Jahren in Richtung 35 Prozent klettern werden.

Alle großen Zulieferer legen derzeit den Rotstift an und ordnen vielfach Kurzarbeit an. Muss auch Delphi in Deutschland die Produktion herunterfahren?

Ja, auch wir führen bereits an ersten Standorten Kurzarbeit ein und sprechen über weitere Maßnahmen mit den entsprechenden Gremien.

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