Automobilzulieferer
ZF leidet unter der Autokrise

Auch der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer ZF wird von der Krise auf den Automobilmärkten getroffen und rechnet deshalb 2009 mit einem Umsatzrückgang. Etwas genauer wollte der Unternehmen aber nicht werden. Die Autobranche steht vor einer Nebelwand. Bei ZF droht den Mitarbeitern zumindest voerst keine Kurzarbeit.

HB STUTTGART. Eine genaue Prognose wollte ZF-Chef Hans-Georg Härter am Donnerstag in Stuttgart nicht machen. "Unsere Kunden planen auf Sicht", sagt Härter, er rechne mit außerordentlich schwierigen Monaten im ersten Halbjahr 2009. Danach könne es aber eine Besserung geben. Kurzarbeit für die über 36 000 in Deutschland beschäftigten Mitarbeitern sei derzeit nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen, sollte die Autokrise noch tiefer gehen. Lediglich in einer Abteilung eines Werkes bei Schweinfurt gibt es Kurzarbeit für 60 Mitarbeiter.

ZF wolle alle flexiblen Instrumente nutzen, die der Konzern in den Boomjahren aufgebaut habe. Dazu gehörten unter anderem der Abbau von Mehrarbeit und Arbeitszeitkonten, die gegebenenfalls tief ins Minus gehen könnten. Aus heutiger Sicht werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, betonte Härter. ZF beschäftigt weltweit über 61 000 Mitarbeiter.

Trotz der Hiobsbotschaften von den weltweiten Automobilmärkten zeigte sich Härter zuversichtlich, das der Fahrwerks- und Getriebespezialist vom Bodensee aus der Krise gestärkt hervorgehen werde. Die Produktpalette sei was die Treibstoffreduzierung angehe, zukunftsfähig und man gewinne deutlich Marktanteile. Härter betonte, dass der Stiftungsbetrieb ausreichend finanziert und liquide sei. Von Banken sei man nicht abhängig. "Wir sind gut gerüstet, um die Krise unabhängig und stabil zu überstehen." Die Liquidität bezifferte der Manager mit über einer Million Euro, die solide angelegt seien. Spekulationsverluste gebe es bei ZF nicht.

Das für 2008 geplante Wachstum von drei Prozent erreichte der Zulieferer wegen des schlechten vierten Quartals nicht. Die Erlöse stagnierten "auf hohem Niveau" bei 12,6 Mrd. Euro. Beim Gewinn werde es nach dem Rekordjahr 2007 (917 Mio. operativer Gewinn, 518 Mio. Euro nach Steuern) einen leichten Rückgang, aber immer noch ein sehr gutes Ergebnis geben, sagte Härter.

Die gute finanzielle Position erlaubt es der ZF Friedrichshafen AG auch, ihrerseits in Finanznot geratenen eigenen Zulieferern unter die Arme zu greifen. "Die Anfragen häufen sich", sagte Härter. "Aber wir werden der Versuchung widerstehen, krisengeplagte Wettbewerber zu übernehmen." Härter kritisierte in diesem Zusammenhang die Banken und die Politik. Sollten Banken staatliche Hilfe nur in Anspruch nehmen, um sich zu sanieren, wäre das eine verfehlte Politik. Es sei Aufgabe der Institute, auch in schwierigen Zeiten bezahlbare Kredite zu geben.

Kritik gab es aber auch an den Autobauern. Die zahlreichen Ankündigungen von Tests mit kleinen Elektroauto-Flotten, könnten falsche Käufererwartungen wecken und zu Kaufzurückhaltung führen. Eine nennenswerte Zahl von Elektroautos werde es frühstens in zehn Jahren geben; auch 2020 werde der Verbrennungsmotor noch die bestimmende Technik sein, sagte Härter.

/hd/DP/edh

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