Autonomes Fahren „Das Gehirn für selbstfahrende Autos kommt von Bosch“

Bosch strebt mit Künstlicher Intelligenz eine Vormachtstellung beim selbstfahrenden Auto an – mit einem selbstlernenden Autocomputer und einer Mobilitätsplattform. Eine Kampfansage an Konkurrenz und die Autoindustrie.
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„Schon in zehn Jahren sind Bosch-Produkte ohne Künstliche Intelligenz kaum mehr denkbar.“ Quelle: Bosch
Bosch-Chef Volkmar Denner

„Schon in zehn Jahren sind Bosch-Produkte ohne Künstliche Intelligenz kaum mehr denkbar.“

(Foto: Bosch)

BerlinDer deutsche Zulieferer Robert Bosch ist stark abhängig von der aktuell umstrittenen Dieseltechnologie. Mit aller Macht versucht Firmenchef Volkmar Denner daher, dem Industriekonzern seinen Anteil am Auto der Zukunft zu sichern. „Das Gehirn für selbstfahrende Autos kommt in Zukunft von Bosch“, ist sich der Konzernchef sicher.

Auf der internationalen Konferenz Bosch Connected World 2017 in Berlin mit 3.000 Teilnehmern und 130 Rednern stellte Denner am Mittwoch einen Fahrzeugcomputer für automatisiert fahrende Autos vor, der Künstliche Intelligenz (KI) in sich hat. Dadurch kann ein Auto künftig auch interpretieren und Vorhersagen darüber treffen, wie sich andere Verkehrsteilnehmer verhalten. Es erkennt beispielsweise blinkende Autos, bremst vorausschauend oder weicht aus. Das beim Fahren erlernte Wissen speichert der Computer auf künstlichen neuronalen Netzen.

Der „KI Autocomputer“ soll automatisiert fahrende Autos auch durch komplexe und für das Auto neue Verkehrssituationen lenken. „Wir bringen dem Auto bei, sich selbstständig durch den Straßenverkehr zu bewegen“, sagte Denner.“ Das selbstfahrende Auto wird laut Bosch in der nächsten Dekade auf der Straße sein und die künstliche Intelligenz wird dieses Autofahren sicherer machen. „Das Auto wird schlau“, ist der Bosch-Chef überzeugt.

Den Chip des zentralen Fahrzeugcomputers liefert der US-Konzern Nvidia. Auf ihm sind die mit maschinellen Lernverfahren erzeugten Algorithmen für die Fahrzeugbewegung gespeichert. Der KI Autocomputer soll spätestens Anfang des kommenden Jahrzehnts in Serie gehen.

Klar ist: Mit dem zentralen Fahrzeugcomputer will sich Bosch eine zentrale Position im Auto der Zukunft sichern. Bei ihm laufen alle Nervenstränge des Roboterautos zusammen. Ob und inwieweit die Autohersteller dem Zulieferer diese Vormachtstellung zubilligen, ist noch offen.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Denners Kampfansage an Konkurrenz und Autoindustrie erfolgte jahrelang verdeckt, jetzt baut der Konzern offen seine Kapazitäten in puncto KI massiv aus. „Schon in zehn Jahren sind Bosch-Produkte ohne Künstliche Intelligenz kaum mehr denkbar. Sie besitzen sie oder werden mit Hilfe davon hergestellt“, verspricht Denner. Anfang 2017 hatte das Unternehmen die Entwicklung eines Zentrums für Künstliche Intelligenz bekannt gegeben. Rund 300 Millionen Euro investiert Bosch in den Ausbau der Kompetenzen auf diesem Feld.

Je schneller Bosch selbst die Algorithmen für maschinelles Lernen entwickelt. desto größer der Wettbewerbsvorteil, der im Erfolgsfall zeitlich nicht so einfach aufzuholen ist. Künstliche Intelligenz ist der Schlüssel, in allen Bereichen der Zukunft ein wichtiges Wort mitzureden oder gar zu dominieren.

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1 Kommentar zu "Autonomes Fahren: „Das Gehirn für selbstfahrende Autos kommt von Bosch“"

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  • "Geht es nach den Vorstellungen der Schwaben, dann bemerkt das Auto der Zukunft, dass der Fahrer in wenigen Tagen ein ganztägiges Arbeitstreffen direkt neben einer Werkstatt hat, und meldet das Auto dort für eine Inspektion an. "

    Das erscheint mir dann doch als zu kurz gedacht: Warum soll ich noch einen teuren Privatwagen in der Garage stehen haben, wenn ich via z.B. eine Uber App oder ähnliches innert Minuten ein autonomes Fahrzeug beliebiger Fahrzeugklasse anfordern kann? Um Inspektionen brauchen wir uns nicht mehr zu kümmern und die lästige Parkplatzsuche gibt es auch nicht mehr.

    Es braucht auch deutlich weniger Parkplätze weil, weil die Autos nicht mehr 23 Stunden/Tag herumstehen, sondern meist unterwegs sind. Die datentechnische Herausforderung besteht dann darin, diese riesige Flotte(n) an autonom fahrenden Fahrzeugen zu steuern und optimal einzusetzen. Ob Bosch hier eine Chance hat?

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