Autonomes Fahren
Zulieferer ZF sucht Zugang zu neuer Technik

Der Zukauf von TRW Automotive sei eine „ideale Ergänzung“, sagt der Finanzchef vom Autozulieferer ZF Friedrichshafen. Die Vision: Autosteuerung per Roboterhand – und das in Serienreife.
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FrankfurtDer Autozulieferer ZF Friedrichshafen will sich durch die geplante Übernahme des US-Konkurrenten TRW Automotive Zugang zu neuer Technologie sichern. ZF habe ein breites und wettbewerbsfähiges Produktportfolio in der Antriebs- und Fahrwerkstechnik, sagte Finanzchef Konstantin Sauer im Interview der „Börsen-Zeitung“. „Mobilität ist heute aber viel mehr, gerade wenn wir an Vernetzung und autonomes Fahren denken.“ Hier sei TRW eine „ideale Ergänzung“, sagte Sauer.

In nicht allzu ferner Zukunft sollen Autos weitgehend von Roboterhand gesteuert werden. In der Autoindustrie ist ein Wettlauf entbrannt, um die Technik zum autonomen Fahren zur Serienreife zubringen. TRW bietet unter anderem Video- und Radarsysteme an, die halb-autonomes Fahren ermöglichen sollen. Das Unternehmen aus Livonia im US-Bundesstaat Michigan mit einem Umsatz von umgerechnet rund 12,8 Milliarden Euro stellt zudem Produkte zur Fahrzeugsicherheit her.

Zu den Verhandlungen mit TRW hielt sich Sauer bedeckt. „Wir sind in einem frühen Stadium. Bitte haben sie Verständnis, dass ich ihnen hier keine Zeitschiene nennen kann“, sagte der ZF-Finanzchef. Auch zur Finanzierung der milliardenschweren Übernahme – TRW ist an der Börse derzeit umgerechnet rund 8,5 Milliarden Euro wert – wollte sich Sauer nicht näher äußern.

Einen Verkauf des defizitären Windkraftgeschäfts schloss Sauer aus. „Wir stehen voll dahinter und glauben weiter an das Thema Windenergie“, sagte der 54-Jährige. 2013 hatte sich der Umsatz im Windkraftgeschäft fast halbiert auf 216 Millionen Euro. „Wir wollen spätestens 2015 den Break-even schaffen und im gleichen Jahr auf einen Umsatz von 400 Millionen Euro kommen“, sagte Sauer.

Das Geschäft mit der Windenergie macht nur einen kleinen Teil des Konzerns aus. Insgesamt setzte ZF Friedrichshafen mit seinen mehr als 70.000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr 16,8 Milliarden Euro um und erzielte einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 1,7 Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist doch keine Vision, sondern ein Alptraum!

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