Autos sollen bis zu 28 Prozent billiger sein als im normalen Verkauf
Auto-Angebot im Supermarkt verärgert Fiat

Zum Ärger des Autoherstellers Fiat bietet die Einzelhandelskette Marktkauf vom kommenden Montag an wieder Wagen der italienischen Marke an. In ihren Großflächenmärkten werde die zur Edeka-Tochter AVA gehörende Kette den Fiat-Kombi in zwei Versionen verkaufen, teilte die AVA in Bielefeld mit.

HB BIELEFELD/FRANKFURT/MAIN. Fiat-Sprecher Claus Witzek betonte in Frankfurt/Main, dass der Autohersteller „weder involviert, noch darüber informiert“ sei. Fiat lehne die Aktion ab. „Wir sind daran interessiert, unsere Vertriebsaktivitäten über das autorisierte Händlernetz abzuwickeln.“

Die zu AVA gehörenden Marktkauf-Warenhäuser bieten nach Angaben des Unternehmens vom Freitag zwei Versionen des FIAT-Modells Stilo MultiWagon an, die um bis zu 28 Prozent günstiger sein sollen als Neuwagen beim Händler. Die von AVA angebotenen Autos hätten allerdings eine Tageszulassung aus dem Zeitraum zwischen September und Dezember 2003. Ein erstes Kontingent von 500 Fahrzeugen habe Marktkauf über einen Importeur aus Italien bezogen, hieß es.

Fiat-Sprecher Claus Witzek sagte, der deutsche Importeur prüfe derzeit, ob die von Marktkauf angebotenen Autos noch als Neuwagen bezeichnet werden könnten. „Es wird seit der neuen Gruppenfreistellungsverordnung immer wieder versucht, solche Marketinggags in den Medien zu platzieren“, sagte Witzek. „Unseren Wissens nach haben die verschiedenen Anbieter mit diesen Aktionen kein Geld verdient.“

Seit vergangenem Oktober gilt die novellierte Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) der Europäischen Kommission, die die bislang abgeschotteten Händlernetze der Automobilfirmen öffnete. Seither ist es möglich, Autos auch über Lebensmittelketten, Baumärkte oder Versandhäuser zu verkaufen. Eine der spektakulärsten Aktionen war hierbei der vom Versandhaus Quelle um zehn Prozent preisreduziert angebotene neue Golf V. Ende Februar hatte Quelle die Aktion aber wegen enttäuschender Verkaufszahlen abgeblasen.

Marktkauf hatte bereits 1999 Autos außerhalb des klassischen Kfz-Handels angeboten, unter anderem Kia- und Daewoo-Modelle. Neben Quelle hatten unter anderem auch die Drogeriekette Schlecker und die Lebensmittelgruppe Edeka Neuwagen im Angebot. AVA gehört mehrheitlich zur Edeka-Gruppe.

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