Autosalon Genf: Die verzweifelte Flucht in den Luxus

Autosalon Genf
Die verzweifelte Flucht in den Luxus

Italiener und Franzosen verdienen mit ihren Mittelklasse-Autos schon lange kein Geld mehr. Daher suchen die Hersteller ihr Glück zunehmend im Premiumbereich. Doch das Geschäft mit dem Luxus ist besonders hart umkämpft.
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GenfFiat-Chef Sergio Marchionne scheut in der Regel keinen großen Auftritt, doch in Genf überlässt er die Bühne den anderen. Erstmals haben Fiat und Lancia keine eigenen Pressekonferenzen einberufen. Im Zentrum des Interesses sollen die Nobel-Töchter Alfa Romeo, Jeep und Maserati stehen. Hier sieht der Fiat-Chef die Wachstumspotentiale, die seinen Konzern aus der Krise führen sollen.

Im europäischen Volumenmarkt ist für den Hersteller nicht viel zu gewinnen. Das Segment schrumpft, vor allem in den Krisenländern Südeuropas werden angesichts hoher Arbeitslosigkeit und schlechter Aussichten weniger Klein- und Mittelklasse-Wagen verkauft. Zusätzlich hat die koreanische Konkurrenz den Preiskampf eröffnet.

Er rechne damit, dass der europäische Markt „in den nächsten drei bis fünf Jahre so schwach bleiben wird“, sagte Marchionne am Dienstag in Genf. Im Premiumsegment dagegen locken Zuwächse – wie die deutschen Autobauer beweisen. BMW und Audi verkündeten in Genf weitere Absatzgewinne für Januar und Februar. Sie profitieren davon, dass ihre Modelle vor allem in den Wachstumsmärkten China und USA reißenden Absatz finden.

Marchionnes neue Marschroute lautet daher: Raus aus der Mittelklasse, raus aus Europa. Nirgendwo wird die neue Strategie des Fiat-Konzerns offensichtlicher als auf dem Autosalon in Genf. Um es mit den deutschen Premiumherstellern aufzunehmen, setzt Fiat vor allem auf Kraft und italienisches Design.

Alfa hat dafür den neuen 4C mitgebracht. Ein ultraleichtes Zweisitzer-Coupé. Obwohl der Sportwagen in Italien entwickelt und produziert wird, soll der Flitzer vor allem in Übersee für Furore sorgen. Zwischen Edelhölzern und schönen Frauen stellt Maserati außerdem den GranTurismo MC vor, einen Supersportler, der mit einem V8-Motor bestückt ist.

Und nebenan feiert Jeep die Europapremiere des Grand Cherokee. Der traditionsreiche Geländewagen, der zuerst in Detroit präsentiert wurde, gehört zu den Verkaufsschlagern des Konzerns und könnte uneuropäischer kaum sein: mit breitem Kühlergrill und einem Spritverbrauch über dem Marktschnitt.

Die SUV-Marke gehört zu den Wachstumstreibern des Konzerns. Selbst im schwachen europäischen Markt konnte Jeep im letzten Jahr um 20 Prozent zulegen. Man könnte meinen, der Weg aus der Hölle sei gepflastert mit Protz und PS.

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  • Ich dachte nur bei den Wirtschafts- und Politikartikeln finden wir die Verschwörungstheoretiker, aber „Nein“ auch in so trivialen aber schönen Artikeln über die Automobilindustrie gibt es die weitsichtigen Enthüllungs-Kommentatoren. Danke, jetzt weiß ich, dass die böse böse Industrie uns die Energie der Zukunft vorenthält.. weil doch irgendein Prof. in irgendeinem kaukasischen Institut herausgefunden hat, dass das Perpetuum Mobile doch funktioniert…aber die Banker, Bilderberger, Scheichs und der Kleingartenverein-Zipfelmütze wolle uns die Technik vorenthalten, um uns weiter auszubeuten. ..zum Glück scheint heute die Sonne.

  • -- real.ist

    klar, möglich wäre viel

    Warum aber bitte schön machen SIE es nicht. Schimpfen sie doch nicht immer nur über andere, machen SIE es besser. Keiner hinder SIE, diese Waschmittel-freien Sachen auf den Markt zu bringen.

    Aber denken SIE auch daran, dass ein Boss- T-Shirt ca. 1 € in der Herstellung kostet. Der Rest ist hauptsächlich fürt die Steuern, womit man u.a. auch Sie als H4 mit durchfüttern muss.

  • Was glauben Sie, was an neuen Technologien alles möglich wäre, diese aber von mächtigen Lobbys wirkungsvoll verhindert werden.

    Wir bräuchten keine Waschmittel mehr, um unsere Kleidung sauberzuhalten. Was brauchen wir aber, um unsere Kleidung reinzuwaschen?

    Richtig - da fallen jeden nur die Waschmittel ein. Und das ist so gewollt. (Und dies ist nur ein Beispiel).

    Mehr sage ich nicht.

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