Autosalon in Genf: US-Marken sollen GM in Europa voran bringen

Autosalon in Genf
US-Marken sollen GM in Europa voran bringen

Ausgerechnet Modelle der US-Marken Cadillac und Chevrolet sollen dem weltgrößten Autokonzern General Motors(GM) in seinem defizitären Europageschäft wieder zu steigenden Marktanteilen verhelfen.

HB GENF. „Aus der Perspektive von GM sind unsere Marktanteile gewachsen und wir denken, wir werden auch weiter wachsen“, sagte der Chef von GM Europe Fritz Henderson am Dienstag auf dem Autosalon in Genf. Vergangenes Jahr hatte GM in Westeuropa einen Marktanteil von 9,6 %. „Chevrolet ist ganz klar die Marke, die bei weitem die größten Marktanteile gewinnen kann“, fügte Carl-Peter Forster, zweiter Mann bei GM Europe und früher Opel-Chef, hinzu. Der deutschen GM-Tochter Opel traut der US-Konzern indes kaum Zuwächse zu. Die Adam Opel AG, die den größten Teil des europäischen GM-Geschäfts ausmacht, werde um jedes Zehntel Marktanteil kämpfen müssen, sagte Forster.

Mit dem so genannten „Baby Cadillac“ will GM in Europa ein weiteres Modell der Mittelklasse anbieten. Es werde ausschließlich für den europäischen Markt in Schweden gebaut, sagte Forster. Die Produktion soll Januar 2006 starten. In den USA werde das Modell vorerst nicht verkauft. Mit dieser Entscheidung gewinnt der schwedische Standort ein gewisses Maß an Sicherheit. Medien hatten zuvor berichtet, bei GM werde unter anderem erwogen, das Werk in Trollhättan zu schließen oder die Verluste schreibende schwedische Tochter Saab zu verkaufen.

General Motors baut derzeit sein Europageschäft um und will so auf dem Kontinent wieder profitabel werden. Im Zuge dessen hat GM bei Opel einen massiven Stellenabbau durchgesetzt. Zugleich will GM in Europa effizienter produzieren und prüft unter anderem, wo künftig die nächste Generation der GM-Mittelklassewagen Opel Vectra und Saab 9-3 gebaut werden soll. Um den Zuschlag bemühen sich Trollhättan und das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim. Dass der Cadillac nun in Schweden gebaut werde, bedeute aber noch nicht, dass andere GM-Mittelklassemodelle in Rüsselsheim gebaut würden, sagte Forster. „Da ist keine Vorentscheidung gefallen.“ GM will diesen Monat ankündigen, wo die Modelle künftig hergestellt werden.

Bei Chevrolet setzt GM nicht auf die eigenen Modelle der ur-amerikanischen Marke sondern auf Billigautos des südkoreanischen Herstellers Daewoo, an dem GM mehr als 40 % hält. Chevrolet hatte in den vergangenen Jahren in Europa nicht mehr als einen Nischenplatz besetzt. 2004 seien in Europa 190 000 Autos der US-Marke verkauft worden, sagte Chevrolet-Europachef Erhard Spranger. „Wir wollen dieses Jahr mehr als 200 000 Einheiten der Marke Chevrolet verkaufen.“ Zugpferd soll dabei das neue Modell des Kleinstwagen „Matiz“ sein, den GM auf dem Genfer Autosalon vorstellt. Der Matiz soll Ende Mai auf den europäischen Markt kommen und in der Basisversion rund 6000 € kosten, wie Spranger sagte.

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