Autosalon Paris
Opels Aktion „Gute Laune“

Unter dem neuen Chef Karl-Thomas Neumann hat Opel das Verliererimage abgelegt und neues Selbstbewusstsein gewonnen. Doch gelöst sind die Probleme der Marke damit noch lange nicht.
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ParisZwei Jahre ist es her, da präsentierte sich Opel so zurückhaltend auf dem Autosalon in Paris, das man fast den Eindruck hatte, das Unternehmen hätte am liebsten auf Europas wichtigste Automesse verzichtet. Obwohl mit dem Adam ein Vorbote der neuen Modelle seinen ersten großen Auftritt feierte, kam niemand aus der damaligen Führungsriege um Thomas Sedran zur Standeröffnung. Die fand ohnehin ganz früh morgens statt, weit hinten in Halle 5 auf dem weiten Messegelände von Paris. Nur wenige Journalisten verirrten sich hierher.

Dieses Jahr ist alles anders: Für die Premiere des neuen Opel Corsa hat man am Messevortag einen zentralen Platz in Frankreichs Hauptstadt nicht unweit der Bastille gewählt, den „Place de la Corsa“ - natürlich. Den feuerroten Kleinwagen lässt man über das typische Kopfsteinpflaster rollen, vorbei an den Kameras. Die Inszenierung ist perfekt. Zur Standeröffnung hat sich Opel-Chef Karl-Thomas Neumann mit Hilfe seiner Marketing-Chefin Tina Müller zusätzlich prominente Unterstützung geholt: Markenbotschafterin Claudia Schiffer. Opels zweitwichtigstes Modell, aber eigentlich auch nur ein Brot- und Butter-Auto, wird in Szene gesetzt wie ein Topmodel.

Opels neues Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr: Neumann hat der angeschlagenen Marke neues Leben eingehaucht. „Wir sind nicht nur ungefähr so gut wie die Konkurrenz. Wir sind besser“, tönte Neumann zuletzt sogar im Interview mit dem „Manager Magazin“. Bereits im Juni hatte er neue Ziele für das Jahr ausgegeben – und das durchaus optimistisch. In acht Jahren wolle man wieder fünf Prozent Rendite machen und gleichzeitig den Marktanteil in Europa von heute 5,8 auf 8 Prozent steigern. Damit würde man Ford als Nummer zwei ablösen. Auch wenn das Ziel derzeit noch fern scheint, die Botschaft von Opel ist klar: In Rüsselsheim hat man wieder auf Attacke geschaltet.

Rechte Hand von Neumann ist dabei Tina Müller. Die neue Marketingchefin war es, die einst die angestaubte Shampoomarke Schwarzkopf für den Henkel-Konzern umkrempelte und modernisierte. Und auch bei Opel hat sie den Außenauftritt spürbar umgekrempelt. Die Kampagne für den Insignia kippte sie kurz vor dem Start und ließ sie völlig neu produzieren. Statt techniklastigem Werbesprech, ließ sie das angekratzte Image selbstironisch in die Werbung einfließen. Das Resultat ist die Kampagne „Umparken im Kopf“, ein gelungener Mix aus Selbstironie und Anspielungen auf die erfolgreiche Historie des Autobauers. 7,2 Millionen Euro investierte das Unternehmen allein im August in die Kampagne.

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  • Gute Laune und im September noch Rückrufaktion. Wieso verachtet das Opel-Management so die Menschen???

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