Autoshow in Schanghai
Autobranche schöpft in China Mut

Detroit ist tot, es lebe Schanghai. Weltweit brechen den Herstellern die Absatzmärkte weg, doch im Riesenreich China hat der Absatz in den vergangenen Monaten erstmals den US-Markt übertroffen. Die Automesse in Schanghai erfreut sich einer regen Teilnahme - über 1 500 Aussteller lassen es gewaltig krachen.

PEKING. Fast 500 Meter über der Erde - so abgehoben hat noch kein Autohersteller eine Weltpremiere gefeiert. Doch der deutsche Porsche-Konzern scheut in der Krise weder Kosten noch Mühen, um für Aufsehen zu sorgen. Und so zwängten die Schwaben schon einen Tag vor der Eröffnung der Automesse in China ihr neues Modell Panamera in den Fahrstuhl des Shanghai World Financial Center und brachten es in die 94. Etage des gerade erst fertigen Wolkenkratzers.

Es war eine PR-Tat mit Symbolkraft: "Detroit ist tot, es lebe Schanghai!" Denn ob Limousine oder Kleinwagen - China ist die große Hoffnung der internationalen Autobranche. Trotz der weltweiten Rezession erwartet man bei Roland Berger in Schanghai dieses Jahr auf dem chinesischen Pkw-Markt noch immer einen Zuwachs von sechs bis acht Prozent. "Nächstes Jahr gehen wir schon von elf bis zwölf Prozent aus", sagt Marcus Hoffman, Autofachmann bei Roland Berger.

Während den Herstellern weltweit die Pkw-Märkte wegbrechen, hat der Absatz in China in den vergangenen Monaten erstmals den US-Markt übertroffen. Denn die Regierung in Peking fördert massiv den Absatz. Vor allem der Kauf von Kleinwagen wird mit Steuernachlass versüßt, denn noch immer ist die Pkw-Dichte im Riesenreich gering. Die Marktbeobachter von JD Power sehen darum China weiter als Motor der Branche. Bis 2015 dürfte sich der Pkw-Absatz im Reich der Mitte von derzeit 5,8 Mio. Fahrzeugen auf 11 Mio. erhöhen, heißt es dort.

Kein Wunder, dass die Marken der Welt nach Schanghai drängen. Während die Branche ansonsten reihenweise Messeauftritte absagt, erlebt die Autoshow einen riesigen Ansturm. Mehr als 1 500 Aussteller sind dabei, es gibt zwei Dutzend Weltpremieren - Rekord. Die Messe musste sogar Anfragen abweisen, sagt Lawrence Lu, Vize-Präsident der Shanghai International Exhibition Co: "Wir haben einfach nicht genug Platz."

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