Autosparte
Siemens verschiebt Abspaltung von VDO

Verzögerung bei Siemens: Der Technologiekonzern verschiebt die Abspaltung seiner Autozulieferer-Sparte VDO. Zum Grund gibt es unterschiedliche Angaben.

HB MÜNCHEN. Das Geschäftsfeld werde nicht wie geplant zum 1. Mai, sondern zum 1. Juni in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert, sagte ein Sprecher des Münchener Technologiekonzerns und bestätigte damit einen Vorabbericht der „Süddeutschen Zeitung“. Die Zeitung nannte als einen Grund, dass sich Management und Arbeitnehmervertreter noch nicht auf die Einzelheiten des Betriebsübergangs geeinigt hätten.

Der Sprecher sagte dagegen, Grund seien vor allem steuerliche Apsekte. „Die Verzögerung hat keinen Einfluss auf den geplanten Börsengang.“

Die Gespräche zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite laufen weiter. Bislang haben sich die Parteien nicht auf eine Betriebsvereinbarung für VDO geeinigt. Laut „SZ“ will Siemens den geplanten Stellenabbau in dem Papier festschreiben, was die Arbeitnehmer ablehnen. Umstritten sei auch, ob der Konzern die industrielle Führerschaft bei VDO über einen längeren Zeitraum zusichere.

VDO könnte der größte Börsengang des Jahres werden. Siemens will bis September einen Minderheitsanteil an den Kapitalmarkt bringen, die industrielle Führung aber behalten. Der Autozulieferer Continental hat ebenso Interesse an einem Einstieg bei VDO gezeigt wie Finanzinvestoren.

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf Aktionärskreise, Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme wolle für den Fall eines Rückzugs von Siemens-Chefkontrolleur Heinrich von Pierer nicht dessen Nachfolger werden.

In Medienberichten hatte es über Ostern geheißen, mehrere Aufsichtsratsmitglieder wollten Pierer wegen der Schmiergeldaffäre zum Rücktritt drängen. Als Nachfolger sei Cromme im Gespräch, der den Prüfungsausschuss im Siemens-Aufsichtsrat leitet.

Dem Bericht zufolge wird in dem Gremium aber nicht erwartet, dass Pierer sein Amt aufgibt. „Ich gehe davon aus, dass er bis zur Neuwahl im Januar an seinem Posten festhalten will“, wurde ein Aufsichtsrat zitiert. Ein Siemens-Sprecher lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

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