Autospezialist ATU
KKR wirbt um Vertrauen für ATU-Neustart

Das Jahr 2007 lief für den mit rund 800 Mill. Euro verschuldeten Autospezialisten ATU offenbar so schlecht, dass der Haupteigner Geld nachschießen muss. Der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) will dem Unternehmen frisches Geld zur Verfügung stellen.

DÜSSELDORF. ATU soll Finanzkreisen zufolge im Vorjahr nur gut 100 Mill. Euro verdient haben, nach 160 Mill. Euro im Jahr 2006. Die Banken durften am Freitag Einblick in die vorläufigen ATU-Zahlen für das vierte Quartal 2007 nehmen. Die Investmentbank Goldmann Sachs verhandelt derzeit mit den Gläubigern über eine Refinanzierung der ATU-Schulden. Der 2004 beim Autoersatzteil- und Serviceanbieter eingestiegene US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) stellt dem Unternehmen frisches Geld zur Verfügung. "Wir stehen zu unserem Investment und werden die unternehmerische Weiterentwicklung von ATU unterstützen, indem wir den Banken ein Finanzierungspaket vorlegen, das auch die Zuführung von Eigenkapital durch KKR vorsieht", sagte ein KKR -Sprecher.

Eine schwacher Verlauf des traditionell stärksten vierten Quartals belastet die Bilanz 2007. Weil der Winter erneut mild war, blieb das Geschäft mit Winterreifen und Zubehör weitgehend aus. Die Experten von Standard & Poor?s (S&P) hatten am Mittwoch das Rating von B auf B- reduziert. Die Bonität steht weiter unter Beobachtung - mit negativer Tendenz. Die Befürchtungen wüchsen, dass ATU seine variabel verzinste Unternehmensanleihe nicht wie geplant bedienen könne.

Am 22. Februar will KKR den Banken die Zahlen für das Gesamtjahr 2007 vorlegen und eine neue Strategie vorstellen. Der Investor drückt auf das Tempo, um den Vertrauensverlust zu begrenzen. Der damalige ATU-Chef Karsten Engel hatte das Unternehmen Ende November 2007 nach zwei Jahren überraschend verlassen. Obwohl der bisherige Vertriebschef der Marke VW, Michael Kern, den ATU-Chefsessel offiziell erst im April antritt, ist er in die Neuausrichtung eingebunden. Kern soll das Flottengeschäft mit Großkunden zur lukrativen Einnahmequelle machen. Geht die Rechnung auf, geht das zulasten der Servicebetriebe, die den Händlernetzen der Hersteller angehören. "Es ist ein Riesenversäumnis, dass VW einen solchen Insider einfach zur Konkurrenz wechseln lässt", heißt es in Händlerkreisen.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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