Autoteilegeschäft boomt
Rheinmetall verbucht Rekordgewinn

Vor allem dank des guten Geschäfts mit Autoteilen hat Rheinmetall 2011 einen Rekordgewinn eingefahren. In der Rüstungssparte ging der operative Gewinn des Düsseldorfer Konzerns jedoch zurück.
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DüsseldorfDer Auto-Boom hat bei Rheinmetall im vergangenen Jahr die Kassen klingeln lassen: Der Düsseldorfer Konzern verbuchte einen Rekordgewinn. Während sich das operative Ergebnis (Ebit) im Geschäft mit Kolben und anderen Autoteilen beinahe verdoppelte, sorgten aber im Rüstungsgeschäft unter anderem Abschreibungen für einen Gewinnrückgang. Einen Ausblick auf 2012 wagte der Vorstand noch nicht. Auch die Zukunft des Autoteile-Geschäftes ließ er offen. Die Pläne für einen Börsengang lägen nach wie vor auf Eis, sagte ein Sprecher. Die derzeit instabilen Kapitalmärkte seien nicht die geeignete Voraussetzung für einen IPO.

Rheinmetall hatte im vergangenen Jahr wegen des schwachen Marktumfelds Überlegungen für einen Börsengang der Automotive-Sparte vorerst abgehakt. Finanzkreisen zufolge wollte Rheinmetall die Sparte ursprünglich im Herbst an die Börse bringen. Konzernchef Klaus Eberhardt hatte mit den Plänen eine Kehrtwende vollzogen. Zuvor hatte er sich jahrelang zu den zwei Säulen Rüstung und Automotive bekannt.

Der operative Gewinn (Ebit) stieg 2011 im Konzern nach ersten Berechnungen um 19 Prozent auf 354 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn noch deutlicher um 29 Prozent auf 295 Millionen. Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 4,454 Milliarden Euro.

Im Autoteilegeschäft verdiente Rheinmetall operativ mit 151 Millionen Euro 86 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Umsatz legte in der Sparte um 17 Prozent auf 2,313 Milliarden Euro zu. Im Rüstungsgeschäft schrumpfte indes das Ebit um elf Millionen auf 223 Millionen Euro während der Umsatz um sieben Prozent kletterte.

Die Anleger honorierten die Zahlen mit verstärkten Aktienkäufen. Die MDax-Titel stiegen in einem schwächeren Marktumfeld mehr als ein Prozent auf 44,70 Euro. Analysten der DZ Bank bezeichneten die Zahlen als „leicht über unseren Erwartungen“. Sie wiesen indes darauf hin, dass der Umsatz im Segment Automotive über ihren Erwartungen liege, das Ebit aber im Rahmen ihrer Schätzungen. „Dies könnte ein Hinweis auf eine sich abschwächende Nachfragedynamik in der Automobilindustrie sein.“

Das sieht auch der Branchenverband VDA so: Nach zwei Boom-Jahren gehe die Party in der Automobilindustrie zu Ende, hatte der Automobilverband Anfang des Jahres erklärt. Vor allem die Schuldenkrise in Südeuropa drücke aufs Gemüt. Wegen sinkender Einkommen können sich dort viele Menschen keine Neuwagen leisten. Auch die PKW-Nachfrage in China und in den Schwellenländern wie Indien und Brasilien verlor zuletzt an Schwung.

Eigenen Angaben nach beschäftigt Rheinmetall weltweit 20.000 Mitarbeiter und macht rund 69 Prozent seiner Geschäfte im Ausland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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