Autovermietung
Sixt gibt sich für 2009 gelassen

Grundsätzlich werden Mietwagen auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten gebraucht. Aber eben nicht so viel wie in guten. Das spürt auch Sixt: Nach einem Gewinneineinbruch kürzt der Autovermieter seinen Aktionären die Dividende.

MÜNCHEN. Wenn Erich Sixt an den September 2008 zurückdenkt, schüttelt es ihn: „Die Lehman-Pleite kam für uns komplett überraschend“, sagt der Gründer, Mehrheitsaktionär und Vorstandschef der gleichnamigen Autovermietung. Der Einbruch verhagelte das Jahresergebnis. Zwar stieg der Umsatz um 10,6 Prozent auf 1,53 Mrd. Euro, der Vorsteuergewinn brach aber von 138 auf 86 Mio. Euro ein. „So schnell konnten wir nicht gegensteuern“, sagt Sixt.

Das holt Deutschlands größter Autovermieter jetzt nach und baut die Autoflotte kontinuierlich ab. Derzeit hat Sixt 72 000 Autos im Fuhrpark, Zweidrittel davon in Deutschland. Wie viele Autos Sixt abgibt und wie hoch die Auslastung ist, verrät er nicht.

Dennoch geht das Unternehmen zuversichtlich ins neue Jahr. „Das ist meine siebte Rezession, glaube ich“, sagt der Unternehmer, der immer noch 56 Prozent der Stimmrechte hält. Sixt macht zwei Drittel der Umsätze mit der Vermietung von Autos, ein Drittel stammt aus dem Leasinggeschäft. Die Masse der Vermietungen entfällt auf Geschäftskunden. „Wir gehen von einer konstanten Nachfrage aus“, sagt Sixt. „Die Firmen fahren ihre Geschäftsreisen nicht zurück, aber sie sparen.“ Da die Kosten für den Autovermieter aber steigen, will Sixt versuchen die Preise um drei bis fünf Prozent zu erhöhen. In den vergangenen beiden Jahren ist Sixt mit Preiserhöhungen weitgehend gescheitert. Die Pullacher haben nach eigenen Angaben einen Marktanteil von dreißig Prozent in Deutschland.

Insgesamt erwartet Sixt für 2009 ein positives Ergebnis. Um das Vorsteuerergebnis von 86 Mio. Euro halten zu können, müsste der Umsatz allerdings in einem hohen einstelligen Prozentbereich wachsen, sagte Sixt. Schwer kalkulierbar bleiben die Refinanzierungskosten für das Leasinggeschäft, das Sixt kontinuierlich ausbaut. Anders als die Banken der Autohersteller hat Sixt nicht mit den Risiken gesunkener Restwerte von Leasingfahrzeugen zu kämpfen: Die tragen Hersteller oder Händler.

„Viele große Autovermieter sind im Moment preiswert, aber ich glaube nicht, dass jemand kaufen wird“, sagt Sixt mit Blick auf die Konkurrenz. Hertz, Avis und Europcar gehören Finanzinvestoren, die sie gern verkaufen würden. Sixt: „Ich will mein Lebenswerk nicht riskieren, auch wenn die Versuchung groß ist.“

Er selbst bot Ende 2005 beim Verkauf des europäischen Marktführers Europcar mit, zog aber gegen den Finanzinvestor Eurazeo den Kürzeren. „Ich bin froh, das wir damals den Zuschlag nicht bekommen haben“, sagt Sixt heute. Zukäufe könne er sich nur in kleinerem Rahmen vorstellen: „In Spanien suchen wir derzeit aktiv.“

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