Autozulieferer
Araber interessieren sich für Conti-Werk

Das Werk von Continental in Frankreich ist in Deutschland durch die Proteste der Mitarbeiter mit brennenden Reifen bekannt geworden. Zumindest im Rest der Welt weiß man aber auch die Vorzüge der Produktionsmöglichkeiten zu schätzen. Es hat sich nämlich ein neuer Interessent gefunden.

HB DUBAI/HANNOVER. Die arabische Industriegruppe MAG ist an dem zur Schließung vorgesehenen Continental-Reifenwerk in Frankreich interessiert. "Wir haben gestern eine Absichtserklärung an Conti verschickt", sagte MAG-Vizechef Fawaz Sabri der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Ziel sei es, mit der Prüfung der Bücher des Werks im französischen Clairoix mit 1120 Mitarbeitern zu beginnen und dann ein Geschäftsmodell auszuarbeiten. MAG habe Conti 14 Tage Zeit gegeben um auf das Schreiben zu reagieren.

Conti bestätigte den Eingang des Briefs. "Allerdings sind nach einer ersten Prüfung des Schreibens noch eine ganze Reihe von Fragen zu klären, auf welcher Grundlage die Verhandlungen geführt werden sollen", sagte Conti-Sprecher. "Wir sind nach wie vor in einer Sondierungsphase."

Der Industrie- und Immobilienkonzern MAG aus den Vereinigten Arabischen Emiraten will das Werk inklusive Grundstück und Maschinen kaufen. Nach vorläufiger Einschätzung könnten in Clairoix künftig rund 400 bis 500 Mitarbeiter - also knapp die Hälfte der bisherigen Belegschaft - drei Mio. Reifen jährlich herstellen. "MAG war seit 15 Jahren auf der Suche nach einer Reifenproduktion, aber niemand wollte verkaufen", sagte Sabri. "Dieses ist die erste Gelegenheit. Selbst wenn sie in Japan gewesen wäre, hätten wir sie genutzt."

Der Chef der Conti-Reifensparte, Nikolai Setzer, hatte kürzlich erklärt, der Konzern sei bereit, MAG auch technisch zu unterstützen. Der hannoversche Autozulieferer hatte sich vor kurzem mit den Gewerkschaften auf einen Sozialplan für das Werk geeinigt, gegen dessen Schließung die französischen Arbeiter lange und teils gewaltsam demonstriert hatten. Die Einigung sieht eine Einmalzahlung von 50 000 Euro pro Person vor. Allen Produktionsmitarbeitern wird zum Jahresende gekündigt.

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