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13.12.2007 
Tausende Jobs gefährdet

Autozulieferer bauen Stellen ab

von M. C. Schneider

Die europäischen Lohnfertiger für die Autoindustrie steht vor einem massiven Stellenabbau. Allein die beiden Spezialisten Bertone in Italien und Karmann in Deutschland wollen mindestens 2 000 Jobs streichen, europaweit gelten noch einmal so viele als gefährdet.

Karmann hat bereits massive Stellenstreichungen angekündigt. Foto: apLupe

Karmann hat bereits massive Stellenstreichungen angekündigt. Foto: ap

DÜSSELDORF. Tausende von Arbeitsplätzen sind bei den europäischen Lohnfertigern für die Autoindustrie in Gefahr. Die beiden Spezialisten Bertone in Italien und Karmann in Deutschland haben bereits den Abbau von zusammen mindestens 2 000 Jobs angekündigt – fast genauso viele gelten in der Branche europaweit als gefährdet. Gestern verhandelte der Karosseriespezialist Bertone mit der Regierung in Rom über die Streichung von etwa 300 Arbeitsplätzen.

„Die veränderte Produktion der Autokonzerne macht die Lohnfertigung überflüssig“, sagte Christoph Stürmer, Autoanalyst beim Marktforschungsinstitut Global Insight. Es würden nur Autozulieferer überleben, die sich auf andere Geschäftsbereiche wie Entwicklung und Dienstleistungen ausdehnten.

Die Krise hat sich in den vergangenen Tagen verstärkt. Das angeschlagene französische Unternehmen Heuliez sucht händeringend nach Aufträgen. Brancheninformationen zufolge sollen die Gespräche mit chinesischen Autoherstellern stocken. Mehr als 1 000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Die Lohnfertigung von Nischenfahrzeugen wie Coupés und Cabrios ist seit Jahren im Rückwärtsgang. Die Konzerne holen Aufträge zurück, um die eigene Fertigung auszulasten. Der Grund: Konzerne wie Daimler und VW haben Verträge zur Beschäftigungssicherung mit ihren Betriebsräten abgeschlossen.

„Statt viel Geld für eigene Anlagen auszugeben, haben die Autobauer früher kleinere Serien nach außen gegeben“, ergänzte Analyst Stürmer. Autofabriken seien jetzt deutlich flexibler geworden, so dass dort auch Nischenmodelle effizient gefertigt werden könnten. Zeitarbeiter sind die ersten Opfer der Krise. Bei Magna Steyr in Österreich müssen bis Jahresende 200 Leiharbeiter gehen, Karmann hat sich von mehreren Hundert Leiharbeitern getrennt.

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