Autozulieferer-Bilanz
Hella plant trotz Wachstum keinen Börsengang

Der Autozulieferer Hella plant keinen Börsengang und will seine Expansionsstrategie „aus eigener Kraft“ fortsetzen. Die Wachstumszahlen geben dem Unternehmen recht. Es profitiert vor allem vom Trend zu LED-Scheinwerfern.
  • 0

DüsseldorfDer expansionsfreudige Autozulieferer Hella hat derzeit keine konkreten Pläne für einen Börsengang. „Wir sind so stabil und gut finanziert, dass wir in den kommenden Jahren unsere Strategie aus eigener Kraft fortsetzen können, sagte der persönlich haftende Gesellschafter Jürgen Behrend am Mittwoch in Düsseldorf. Vorrangiges Ziel sei es, zu wachsen und Familienunternehmen zu bleiben. Dazu würden seit Jahren verschiedene Optionen geprüft und ein Börsengang gehöre dazu. Aber er sei nicht geplant.

Das Umfeld für Börsengänge gilt in Deutschland derzeit als gut, viele Investoren sind für Neuemissionen offen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters zuletzt von mit den Plänen vertrauten Personen erfahren hatte, hat Hella ausgelotet, ob Investoren bereit wären, Aktien der Hella KGaA Hueck & Co zu kaufen. Das westfälische Unternehmen ist bereits mit drei Anleihen im Volumen von insgesamt 1,1 Milliarden Euro am Kapitalmarkt vertreten.

Die wachsende Nachfrage nach LED-Scheinwerfern und Elektronikbauteilen haben Hella gute Geschäfte beschert. In dem im Mai abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 profitierte der Scheinwerferhersteller mit seinen weltweit über 30.000 Mitarbeitern vom Trend der Automobilindustrie zu LED-Leuchten. Der Umsatz legte um elf Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zu, der operative Gewinn (Ebit) um 17 Prozent auf 340 Millionen Euro.

Wachstumstreiber seien neben Lichtsystemen auch Elektronikprodukte wie elektrische Lenkungen, Sensoren zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs oder Fahrerassistenz-Systeme gewesen. Auf diesen Feldern wolle Hella die starke Marktposition ausbauen.

Allerdings schlugen einmalig 50 Millionen Euro für ein Altersteilzeit- und Abfindungsprogramm zu Buche: Hella trennte sich am Firmensitz in Lippstadt von rund 750 Mitarbeitern aus Verwaltung und Produktion. Insgesamt beschäftigt die vor mehr als 100 Jahren gegründete Firma in Deutschland etwa 10.000 Menschen. Für das laufende Jahr kündigte das Management ein Umsatz- und Ergebniswachstum im einstelligen Prozentbereich an. Bislang stünden die Zeichen dafür gut. Allerdings sei nicht klar, ob und wie sich die politischen Krisen in der Welt noch auswirkten, erklärte Geschäftsführer Rolf Breidenbach.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Autozulieferer-Bilanz: Hella plant trotz Wachstum keinen Börsengang"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%