Autozulieferer

Bosch feiert 125-jähriges Firmenjubiläum

Mit reichlich Prominenz aus Wirtschaft und Politik hat der weltgrößte Autozulieferer Bosch sein 125-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. Bundespräsident Wulff mahnte eine „neue industrielle Revolution“ an.
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Der Vorsitzender der Robert-Bosch-Stiftung Hermann Scholl (v. l.),  Bundespräsident Christian Wulff, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Konzernchef Franz Fehrenbach bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen der Robert Bosch GmbH. Quelle: dapd

Der Vorsitzender der Robert-Bosch-Stiftung Hermann Scholl (v. l.), Bundespräsident Christian Wulff, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Konzernchef Franz Fehrenbach bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen der Robert Bosch GmbH.

(Foto: dapd)

StuttgartDer weltgrößte Autozulieferer Bosch hat mit einer großen Gala sein 125-jähriges Bestehen und den 150. Geburtstag von Firmengründer Robert Bosch gefeiert. Neben Bundespräsident Christian Wulff kamen zahlreiche Wirtschaftsbosse wie Daimler-Chef Dieter Zetsche, Linde-Chef Wolfgang Reitzle und Audi-Chef Rupert Stadler zu dem Festakt in Stuttgart. Unter den rund 2000 Gästen waren am Donnerstagabend außerdem der frühere US-Außenminister Henry A. Kissinger und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Wo Bosch in Zukunft wachsen will
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Bosch ist, wie der Unternehmensslogan "Technik fürs Leben" sagt, weit mehr als der weltgrößte Autozulieferer, als der das Unternehmen in der Öffentlichkeit vor allem wahrgenommen wird. Foto: ap

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Die Konzernzentrale steht in Gerlingen bei Stuttgart. Im Jahr 2010 hat das Unternehmen 47,3 Milliarden Euro umgesetzt. Das waren 24 Prozent mehr als im Vorjahr, als Bosch erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs rote Zahlen geschrieben hatte und einen Milliardenverlust verbuchen musste. 2010 erzielte der Konzern einen Vorsteuergewinn von 3,5 Milliarden Euro, davon blieben unter dem Strich 2,5 Milliarden Euro übrig. Foto: ap

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Geführt wird der Konzern mit seinen rund 283 500 Mitarbeitern seit 2003 von Franz Fehrenbach, der für das laufende Jahr einen erneuten Rekordumsatz von mehr als 50 Milliarden Euro erwartet. Die Zahl der Mitarbeiter soll auf fast 300 000 steigen, der Vorsteuergewinn mindestens so hoch ausfallen wie 2010. Foto: ap

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Der Umsatz des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik (im Bild Dieseleinspritzpumpe auf dem Prüfstand) stieg im Jahr nach der Autokrise um 29 Prozent auf 28,1 Milliarden Euro. Der Gewinn der Sparte vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte 2,3 Milliarden Euro. Foto: ap

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Intensiv arbeitet das Unternehmen an Elektrofahrzeug- und Hybridsystemen. Erst am Dienstag (12. April 2011) haben Bosch und Daimler angekündigt, künftig gemeinsam Elektromotoren zu entwickeln und zu produzieren. Überhaupt investiert Bosch massiv in Forschung und Entwicklung: Die Aufwendungen stiegen im vergangenen Jahr auf 3,8 Milliarden Euro, 2011 sollen sie vier Milliarden Euro übertreffen. Foto: dpa

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Festgehalten haben die Schwaben trotz des Krisenjahres 2009 an der neuen Halbleiterfabrik in Reutlingen, die am 18. März 2010 eingeweiht wurde. Foto: dpa

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Die mit 600 Mio. Euro größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte dient vor allem der Herstellung von Autochips. Aber auch wenn Bosch den Umsatz seiner Kfz-Sparte bis 2019 im Vergleich zu 2009 verdoppeln will, soll ihr Anteil am Gesamtumsatz von derzeit fast 60 Prozent auf 50 Prozent reduziert werden - die anderen Unternehmensbereiche sollen nach Fehrenbachs Willen noch schneller wachsen. Foto: dpa

„Das Unternehmen war der technischen Entwicklung seiner Zeit oft weit voraus, aber es hat sich nie auf diesem Vorsprung ausgeruht“, lobte Wulff in seiner Festrede. Bosch-Chef Franz Fehrenbach sagte: „Bosch hat eine kraft- und wechselvolle Geschichte - aber diese Geschichte ist nur so gut, wie sie fortgeschrieben wird.“ Unternehmen wie Bosch müssten einen Spagat meistern. „Sie dürfen ihre Identität nicht auswechseln, müssen aber den Veränderungen auf ihren Märkten möglichst voraus sein.“ Eine große Herausforderung und Chance zugleich sieht der Manager in den kommenden Jahren im Umweltschutz. „Auch wenn die Staatenlenker auf ihren Gipfeltreffen grüne Drachen steigen lassen, die ökologische Kraftanstrengung findet in der Industrie statt“, sagte Fehrenbach. Umweltschutz setze mehr Technik voraus. „Die Ökologie müssen wir also nicht bloß mit unseren ökonomischen Interessen ausbalancieren - sie ist selbst ein Wachstumsmotor.“ „Wie damals Robert Bosch, so erleben wir heute erneut eine besonders intensive Zeit des Umbruchs“, sagte Wulff. Es gehe um eine „neue industrielle Revolution“. Eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Energieversorgung sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Das Ziel eines Ausstiegs aus der Kernenergie und eines schnelleren Ausbaus der erneuerbaren Energien sei Konsens. „Wir sollten uns über den Weg dahin aber keine Illusionen machen. Eine saubere und sichere Energieversorgung wird ihren Preis haben.“ Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann mahnte, die Automobil- und Zulieferindustrie müsse alles dafür tun, um im Bereich alternativer Antriebe und nachhaltiger Mobilitätskonzepte eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

Robert Bosch (1861 bis 1942) hatte am 15. November 1886 mit seiner „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ den Grundstein für den heutigen Technologiekonzern gelegt. Der Enkel des Firmengründers, Christof Bosch, sagte: „Wenn Robert Bosch hier stehen könnte und Sie versammelt sähe, um 125 Jahre Bosch zu feiern, dann wäre er wohl glücklich.

 

  • dpa
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