Autozulieferer
Bosch: Keine Kündigungen – wenn möglich

Es ist eine Absichtserklärung mit Signalwirkung: Der Autozulieferer Bosch will mitten in der Autokrise Kündigungen möglichst vermeiden. Und: Laut Medienbericht fordert Bosch-Chef Franz Fehrenbach ein 30 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket. Und mit dem Kauf des Geschäfts für Elektrowerkzeugzubehörs der Freud-Gruppe setzt Bosch seine Diversifizierungsstrategie fort.

HB FRANKFURT. Der weltgrößte Autozulieferer Robert Bosch will mit Kurzarbeit und anderen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung Entlassungen in Deutschland trotz der Wirtschaftsflaute vermeiden. „Wir wollen Kündigungen möglichst verhindern“, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach der „Stuttgarter Zeitung“ in einem Interview. Kurzarbeit werde es aber im neuen Jahr in noch größerem Umfang geben.

„Wir müssen davon ausgehen, dass das erste Quartal 2009 nicht besser als das vierte 2008 verlaufen wird“, sagte Fehrenbach. Bereits jetzt fährt Bosch in drei Werken mit 5000 Mitarbeitern Kurzarbeit. Außerhalb Deutschlands stünden dem Stuttgarter Unternehmen weniger arbeitsmarktpolitische Instrumente zur Verfügung, um den Rückgang der Nachfrage abzufedern, sagte Fehrenbach. Daher sei in Tschechien, den USA und Brasilien eine dreistellige Zahl von Kündigungen ausgesprochen worden.

Ob die deutsche Industrie als Ganzes, wie bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel diskutiert, Entlassungen 2009 vermeiden könne, hänge von der Dauer der Rezession ab. Wenn gegen Jahresende Besserungszeichen erkennbar seien, „dann dürften wir keine betriebsbedingten Kündigungen sehen“, sagte Fehrenbach der Zeitung.

Bosch hatte am vergangenen Freitag eingeräumt, dass der Umsatz in diesem Jahr leicht zurückgehen und der Gewinn sogar einbrechen werde. Fehrenbach drängte die Regierung zu raschen Maßnahmen zur Förderung des Autoabsatzes und einem 30 Milliarden Euro schweren Konjunkturprogramm. Eine Prämie für den Ersatz veralteter Autos müsse einen vierstelligen Betrag erreichen, um zu wirken, sagte der Bosch-Chef.

Sorgen machen Bosch die gehäuften Pleiten von Zulieferern. „Wenn die Wertschöpfungskette bricht, befürchte ich einen katastrophalen Dominoeffekt“, sagte Fehrenbach. Die Zahl der Problemfälle unter den Autozulieferern werde in den kommenden Wochen steigen. Er forderte politischen Druck auf die Banken. Sie forderten von Firmen der Autoindustrie derzeit Zinsen, die diese nicht erwirtschaften könnten - wenn sie überhaupt Kredite vergäben. „Die Banken behaupten, es gebe keine Kreditklemme, dabei verschweigen sie aber die Konditionen“, kritisierte der Bosch-Chef.

Bosch selbst könne nur einzelne Unternehmen stützen - und tue das auch. „Aber wir können nie und nimmer die komplette Wertschöpfungskette auffangen. Das übersteigt bei weitem unsere finanziellen Möglichkeiten“, sagte Fehrenbach.

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