Autozulieferer
Bosch spricht mit Fiat über Elektroantrieb

Der Stuttgarter Autozulieferer Bosch hat für seine geplanten Angebote im Sektor Elektroantrieb einen ersten Interessenten gefunden. „Wir sprechen bereits mit Fiat darüber“, sagte Bernd Bohr, Leiter des Autogeschäfts von Deutschlands größtem Zuliefererkonzern auf der Jahrestagung Automobil des Handelsblatts.

MÜNCHEN. Fiat-Deutschland-Chef Manfred Kantner ließ allerdings auch durchblicken, dass Bosch nicht der einzige Gesprächspartner zu diesem Thema sei. „Aber es könnte sein, dass wir auf Lösungen von Bosch zurückgreifen werden“, sagte Kantner. Fiat plant, im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern nicht, selbst einen Elektroantrieb für seine Fahrzeuge zu entwickeln. Bosch dagegen investiert bereits heute Milliarden.

Bis 2020 werde der Elektroantrieb in der Autoindustrie allerdings nur ein Nischendasein fristen, betonte Bohr. Die Erwartungen sollten deshalb nicht zu hoch geschraubt werden. Noch seien die technischen Hürden groß und die Preise für die Fahrzeuge teilweise „prohibitiv“, wie auch Conti-Chef Karl-Thomas Neumann auf der Tagung ausführte. Dennoch sieht der Vorstandschef des großen Zulieferers in dem sich anbahnenden technologischen Umbruch eine große Chance für die deutsche Branche.

Als einen wichtigen Rivalen machte er chinesischen Hersteller aus, die massiv auf den Elektroantrieb setzen würden. Auch Bernhard Mattes, Deutschland-Chef von Ford, sieht beim Hoffnungsträger Elektroauto die Fragen nach Reichweite und Kosten noch nicht als gelöst. „Da liegt noch ein sehr weiter Weg vor uns.“

Die unmittelbaren Aussichten der Branche sehen dagegen düster aus. Im kommenden Jahr droht nach Auslaufen der Abwrackprämie zumindest auf dem deutschen Markt ein jäher Absturz. „Nächstes Jahr bricht uns die Welt zusammen“, sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen auf der Tagung.

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