Autozulieferer
Bosch will mit Zukäufen in den USA wachsen

Bosch-Chef Franz Fehrenbach kündigt weitere Zukäufe auf dem US-Markt an. Für den Autozulieferer sind die USA ein wichtiger Markt – bereits seit 100 Jahren ist das Unternehmen Nordamerika tätig. Die Ankündigung stützt die Spekulationen um einen möglichen Kauf von Teilen der angeschlagenen US-Autozulieferer Delphi und Dana.

mwb STUTTGART. „Für uns und alle unsere Geschäftsbereiche sind die USA ein wichtiger Markt, auf dem wir uns auch mit passenden Zukäufen weiterhin verstärken werden“, sagte Fehrenbach anlässlich einer Feier zum 100-jährigen Jubiläum der Bosch-Gruppe in den USA. Der Bosch-Chef nährt damit seit Monaten kursierende Spekulationen, dass Bosch doch Teile der angeschlagenen US-Autozulieferer Delphi und Dana übernehmen könnte.

Wachstumspotenziale sieht der Manager vor allem in der größten Sparte Kraftfahrzeug-Technik. Auch bei Elektrowerkzeugen sowie Sicherheitssystemen wie der Videoüberwachung, Brandschutz und in der Industrietechnik sieht sich Bosch gut positioniert. Konkreter wurde der Chef des weltgrößten Autozulieferers bei der Feierstunde aber nicht.

Bosch hatte bereits in diesem Jahr den Autofilter-Hersteller Purolator und den Überwachungsspezialisten Telex Communications mit zusammen 3 000 Beschäftigten und einer halben Mrd. Dollar Umsatz übernommen.

Bereits 1906 mit dem ersten großen Produkt begann für das schwäbische Traditionsunternehmen die Globalisierung. In New York gründete Robert Bosch eine Verkaufsniederlassung für den Magnetzünder, den Henry Ford in sein legendäres „Model T“ einbaute. Die „Tin Lizzie“ wurde 15 Millionen Mal verkauft. Eine Fertigung vor Ort begann nur kurze Zeit später. Der Umsatz in den USA wuchs so rasch, dass er vor dem ersten Weltkrieg sogar höher war als derjenige in Deutschland. In beiden Weltkriegen beschlagnahmte die US-Regierung die Vermögenswerte der Schwaben in den USA. 1921 und 1953 kehrte Bosch auf den US-Markt zurück, aber erst 1971 wieder mit einer eigenen Fertigung.

Inzwischen erzielt der in Besitz einer Stiftung befindliche Autozuliefer- und Elektronikkonzern in Nordamerika mit 23 000 Beschäftigten an 80 Standorten einen Umsatz von 6,7 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2006 habe der Umsatz bereits wieder um zehn Prozent zugelegt. „Bis zum Jahr 2015 wollen wir den Anteil der Region Amerika an unserem Gesamtumsatz noch einmal um sechs Prozentpunkte auf 25 Prozent steigern“, sagte Fehrenbach. Im vergangenen Jahr hatte die Bosch-Gruppe bei einen Umsatz von über 41 Mrd. Euro einen Gewinn nach Steuern von knapp 2,5 Mrd. Euro erzielt. Nur 60 Mill. Euro schüttet Bosch jährlich an die Stiftung aus. Die Kriegskasse ist folglich gut gefüllt.

Vor allem wegen der anhaltend hohen Benzinpreise und der staatlichen Förderung verbrauchsarmer Fahrzeuge rechnet der Autozulieferer in den USA mit einer anziehenden Diesel-Nachfrage. Mit einer Verdoppelung der Ausstattungsrate auf 70 Prozent rechnet Bosch beim elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP). In den vergangenen beiden Jahren investierte Bosch fast eine halbe Mrd. Euro in Fertigung und Entwicklung in den USA.

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