Autozulieferer-Branche
Finanzinvestor scheitert bei Kiekert

Mehr als eine halbe Milliarde Euro investierte der Finanzinvestor Permira im Jahr 2000, um den Türschloss-Hersteller Kiekert aus dem Bergischen Land zu kaufen. Sechs Jahre später hat sich Permira eingestanden, gescheitert zu sein: Die Gesellschaft tritt sämtliche Anteile an die Gläubiger ab und verzichtet auf Darlehen in Millionenhöhe.

HB HEILIGENHAUS. Zwischen dem Unternehmen, den Gesellschaftern und den Gläubigern sei eine rechtlich bindende Vereinbarung geschlossen worden, wonach die Schulden auf 150 von 290 Millionen Euro reduziert werden, sagte eine Sprecherin des weltgrößten Herstellers von Autotürschlössern am Montag. Die restlichen Forderungen sollen in Eigenkapital umgewandelt werden.

Permira und ein Alteigentümer verzichteten auf Darlehen an Kiekert in Höhe von 145 Millionen Euro und träten sämtliche Firmen-Anteile an die Gläubiger ab, teilte das Unternehmen aus Heiligenhaus bei Düsseldorf mit. Dadurch werden die Investmentgesellschaften BlueBay und Silver Point Capital, die Investmentbank Morgan Stanley und die Deutsche Bank neue Hauptaktionäre von Kiekert. Die Gesellschaft erhalte 20 Millionen Euro frisches Eigenkapital und 20 Millionen Euro neue Kredite.

Der Türschloss-Hersteller, der seinen Weltmarktanteil auf 20 Prozent beziffert, war in Schwierigkeiten beim Schuldendienst geraten. Kiekert setzte im vergangenen Jahr 460 Millionen Euro um und beschäftigt insgesamt 4 000 Menschen, davon 1 600 in Deutschland. Permira hatte den damaligen M-Dax-Wert Kiekert im Jahr 2000 für 530 Millionen Euro gekauft und 2003 von der Börse genommen.

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