Autozulieferer
Conti bricht der Gewinn komplett weg

Der vor der Übernahme durch Schaeffler stehende Autozulieferer Continental hat im dritten Quartal die schwache Konjunktur deutlich zu spüren bekommen. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen aber überraschend.

HB DÜSSELDORF/HANNOVER. "Im vergangenen Quartal zeigten sich drastische Bremsspuren in allen Märkten, wobei sich insbesondere die dramatischen Rückgänge in Europa negativ auf uns ausgewirkt haben. Diese Tendenz dürfte sich noch verstärkt bis weit ins Jahr 2009 hinein fortsetzen", sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann laut Mitteilung. Im ersten Halbjahr sei die schwache Marktsituation in Nordamerika durch eine gute Konjunktur in Europa und Asien ausgeglichen worden.

Im dritten Quartal sank der Nettogewinn nahezu auf Null nach 252 Mio. Euro im Vorjahr, wie Conti am Donnerstag mitteilte. Auch die hohen Zinsen für die auf Kredit gekaufte Siemens-Autoelektroniksparte VDO sowie hohe Rohstoffkosten drückten das Ergebnis. Vor Zinsen und Steuern verdiente der Konzern nur noch 163 (Vorjahr: 426) Mio. Euro, unter dem Strich blieben gerade noch 2,4 Millionen. Der Umsatz legte wegen des VDO-Zukaufs auf 5,9 (3,9) Mrd. Euro zu, die Umsatzrendite sank auf 2,8 (11) Prozent. Mit seinen Zahlen verfehlte Conti die Schätzungen von Branchenanalysten. Sie hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 62 Mio. Euro, einem Ebit von 249 Mio. und einem Umsatz von sechs Mrd. gerechnet.

Angesichts der Absatzkrise in der Autoindustrie will Conti die Produktion kürzen. In der Autoelektronik-Sparte soll die Zahl der Leiharbeiter sinken, Conti will die Werksferien zum Jahreswechsel stark ausweiten und die Fabriken teilweise weniger als fünf Tage in der Woche laufen lassen. "Darüber hinaus legen wir nicht dringend erforderliche Investitionen auf Eis", sagte Neumann. Mit Blick auf die Reifen- und Spezialschlauchsparte, in der im September bereits Stellenstreichungen angekündigt wurden, sagte der zuständige Vorstand Alan Hippe: "Wir werden weitere Kostenmaßnahmen prüfen und auch alle unsere Investitionen auf den Prüfstand stellen."

Für das Gesamtjahr erwartet Continental weiter einen Umsatz von 25 Millairden Euro und bestätigte zudem das am 13. September korrigierte Ziel einer EBIT-Marge von rund 8,5 Prozent. Viele Analysten hatten damit gerechnet, dass Conti erneut die Gewinnziele für 2008 nach unten revidieren muss.

Erst mitte September hatte Continental mitgeteilt, dass die Gewinnziele für das laufende Jahr verfehlt werden. Gründe waren die nochmals deutlich verschlechterten Rahmenbedingungen in Nordamerika und Europa sowie die unverändert hohen Belastungen durch die gestiegenen Rohstoffkosten, hieß es damals. "Allerdings birgt das vierte Quartal durch die rückläufige Konjunktur Unsicherheiten", so Conti. Die zum Halbjahr korrigierten Erwartungen an die Produktionsvolumina in den USA und in Europa könnten sich als zu hoch erweisen.

Für 2009 gibt sich der Vorstand äußerst skeptisch. "Im vergangenen Quartal zeigten sich drastische Bremsspuren in allen Märkten, wobei sich insbesondere die dramatischen Rückgänge in Europa negativ auf uns ausgewirkt haben. Diese Tendenz dürfte sich noch verstärkt bis weit ins Jahr 2009 hinein fortsetzen", sagte der neue Konzernchef Karl-Thomas Neumann.

Gleichwohl legte die Aktie am Morgen um mehr als sechs Prozent zu und gehörte in einem deutlich anziehenden Gesamtmarkt zu den größten Kursgewinnern. Analyst Alexander Neuberger vom Bankhaus Chevreux sagte dazu: "Viele haben wohl erwartet, dass der Ausblick noch einmal rasiert wird. Das ist nicht der Fall." Ohnehin hatte die Aktie in den vergangenen Wochen bereits erheblich an Wert eingebüßt.

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