Autozulieferer
Conti hofft auf Wachstum in Amerika

Continental sieht sich auf Kurs. Konzernchef Elmar Degenhart freut sich über ein gutes viertes Quartal - und zeichnet ein rosiges Bild der Automobilbranche.
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DüsseldorfDer Autozulieferer Continental sieht sein Unternehmen trotz der Schuldenkrise auf dem Wachstumspfad und malt auch für die Automobilbranche insgesamt ein tendenziell rosiges Bild. Dabei setzt Konzernchef Elmar Degenhart vor allem auf Asien und hofft auch auf Amerika. „Unser viertes Quartal ist sehr gut gelaufen, der Umsatz sollte knapp über dem Niveau des dritten Quartals liegen“, sagte Degenhart der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

„Die Kundennachfrage zeigt, dass wir diesen guten Kurs bis März fortsetzen. Mit Elektronik und mit Reifen wachsen wir sogar schneller als die Auto-Industrie.“ Im dritten Quartal hatte Conti den Umsatz um 19 Prozent auf 7,71 Milliarden Euro gesteigert. Der bereinigte operative Gewinn war um mehr als die Hälfte auf 743,7 Millionen Euro gestiegen, die Rendite lag Ende September bei 9,9 Prozent. Für das Gesamtjahr hat sich Conti ein Umsatzplus von mindestens zehn Prozent und eine bereinigte operative Umsatzrendite von zehn Prozent vorgenommen.

Er sehe keinerlei Zeichen für einen Abschwung der Automobilbranche, sagte Degenhart. Wegen der Schuldenkrise werde es in der Autobranche sicherlich Rückgänge in Europa geben. „Aber es bestehen Chancen auf Wachstum in Amerika, und Asien wird weiter zulegen“, sagte Degenhart. „Beides dürfte die Schwäche in Europa mehr als ausgleichen.“ Die weltweite Produktion von 75 Millionen Autos wie in diesem Jahr sollte erneut erreicht werden. „Es ist möglich, dass es 2012 sogar drei bis vier Prozent mehr werden, also 77 bis 78 Millionen Pkw.“

Wenn es zu keiner tiefen Krise komme, dann würden 2020 weltweit 100 Millionen Autos pro Jahr verkauft. „Das wäre ein Wachstum von etwa 30 Prozent - und wir haben den Anspruch, schneller zu wachsen als der Markt“, erläuterte Degenhart das Umsatzziel von dann mindestens 40 Milliarden Euro - von derzeit 30 Milliarden Euro.

Auch beim Schuldenabbau sieht Degenhart Conti auf gutem Weg. „Bis spätestens 2013 wollen wir von Rating-Agenturen wieder so eingestuft werden, dass sie normalen Anlegern unbedenklich den Kauf einer Conti-Anleihe empfehlen können“, sagte der Firmenchef. Dazu soll der Schuldenstand von ursprünglich elf Milliarden Richtung sechs Milliarden Euro bis Ende des nächsten Jahres sinken.

Eine Fusion mit dem Autozulieferer Schaeffler sieht Degenhart derzeit nicht. „Die Fusion bleibt grundsätzlich eine Option. Im Moment wird darüber aber nicht diskutiert“, sagte der Conti-Chef. Schaeffler ist noch mit gut 60 Prozent an Conti beteiligt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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