Autozulieferer
Conti stürzt in die Verlustzone

Der Autozulieferer Continental ist angesichts der schweren Krise in der Autoindustrie im ersten Quartal 2009 in die roten Zahlen gerutscht. Allerdings schnitt das Unternehmen weniger schlecht ab als von Analysten erwartet. Für das zweite Quartal rechnet es mit einer Besserung.

HAMBURG. Der unter einer Schuldenlast von gut elf Mrd. Euro ächzende Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hofft auf eine Trendwende des operativen Geschäfts im laufenden Quartal. „Das ist sicher nicht das Ende der Autokrise“, sagte Contis kommissarischer Finanzchef Gérard Cordonnier gestern bei einer Analystenkonferenz. „Wir sind keine Träumer. Aber im zweiten Quartal sehen wir deutliche Zeichen der Besserung und erhoffen uns in der zweiten Jahreshälfte weitere Fortschritte“, sagte der Manager.

Cordonnier soll vorläufig die Lücke füllen, die nach dem Wechsel von Ex-Finanzvorstand Alan Hippe zu Thyssen-Krupp entstanden ist. Der Ausblick für Conti sehe ganz gut aus, kommentierte HSBC-Analyst Horst Schneider. „Die Hersteller mussten erst ihre Lager verringern. Die Abwrackprämie macht sich bei Conti seit März bemerkbar.“

Der Konzern will trotz der Branchenkrise weiterhin die von den kreditgebenden Banken vorgegebenen Kennzahlen erreichen. „Das Umfeld bleibt auch im zweiten Quartal sehr schwierig. Die Einhaltung der vereinbarten Finanzkennzahlen bleibt daher eine große Herausforderung“, sagte Konzernchef Karl-Thomas Neumann gestern in Hannover bei Vorlage der Zahlen für den Jahresauftakt. „Wegen des leicht verbesserten Marktumfelds im März sind wir aber zuversichtlich, dass wir diese Herausforderung meistern werden.“

Unter dem Strich fällt die Bilanz wie erwartet rot aus. Conti verbrannte im operativen Geschäft in den ersten drei Monaten 165 Mio. Euro, nach einem Gewinn (Ebit) von gut 450 Mio. Euro im selben Zeitraum des Vorjahres. Der Umsatz sank um 35 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro. Aufgrund von Einmaleffekten, etwa für die nötig gewordene Umschuldung zum Jahreswechsel, fiel als den Anteilseignern zuzurechnendes Konzernergebnis ein Verlust von 270 Mio. Euro an – und damit ein Minus von 1,58 Euro pro Aktie.

Damit sinkt die Aussicht für den ebenfalls mit rund zwölf Mrd. Euro in der Kreide stehenden Großaktionär Schaeffler, nach einem Ausfall der Dividende für das Jahr 2008 zumindest für das laufende Geschäftsjahr einen substanziellen Beitrag für den Schuldendienst zu erhalten. Die Gläubiger unter Führung der Commerzbank gewährten dem Familienunternehmen zuletzt eine weitere Mrd. Euro an Kredit, um überhaupt die Zinszahlung zu gewährleisten.

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