Autozulieferer
Conti verhandelt nicht über Gummisparte

Der Autozulieferer Continental führt nach Angaben von Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg keine Gespräche mit möglichen Käufern für seine Gummisparte. Dennoch sorgt er sich über die wirtschaftliche Lage. Diese erschwert die Übernahme von Conti durch due Schaeffler-Gruppe massiv.

HB HANNOVER. "Wir wollen alles zusammenhalten. Man kann doch nicht jeden Tag alles auf den Kopf stellen", sagte Grünberg am Rande einer Veranstaltung am Dienstagabend in Hannover. "Der Aufsichtsrat kennt nur eine große, geschlossene Continental und hat weitergehende Überlegungen nicht beschlossen." Angesichts der Branchenkrise und der drückenden Schuldenlast hatte Conti erklärt, alle Optionen für die Gummisparte zu prüfen.

Die wirtschaftliche Lage treibt von Grünberg allerdings die Sorgenfalten in die Stirn, nicht zuletzt, da sie die Übernahme von Conti durch die fränkische Schaeffler-Gruppe erschwert. "Die Finanzkrise mitten in diesem Prozess macht uns Sorgen, und wir haben viel Arbeit damit", sagte von Grünberg. Schaefflers Banken haben Probleme, die Milliardenkredite weiterzuplatzieren.

Nach Ansicht des Conti-Kontrolleurs kommt der Auswahl jener Investoren eine entscheidende Bedeutung zu, die angesichts der ausgehandelten Selbstbeschränkung von Schaeffler rund 40 Prozent der Aktien des hannoverschen Konzerns übernehmen sollen. "Es ist uns nicht egal, wer bei Conti das Sagen hat", sagte von Grünberg. "Zur weiteren erfolgreichen Arbeit gehört eine gute Unternehmensführung - und die hängt davon ab, wer der Investor ist."

Ob er die Geschicke von Conti weiterhin als Chefkontrolleur übersehen werde, sei nicht entschieden, sagte von Grünberg. "Ich möchte sicherstellen, dass Conti eine prosperierende Zukunft hat, die hängt nicht an mir." Das Verhältnis zum Großaktionär sei gut. "An Frau Schaeffler schätze ich die konsequente Unternehmerschaft, den Mut, die Standhaftigkeit." Ob einige Conti-Kontrolleure noch der Hauptversammlung im Frühjahr Platz für Schaeffler-Vertreter machen, sei offen. "Das ist in der Schwebe."

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