Autozulieferer
Continental trennt sich von Personalchefin

Der Vertrag der einzigen Frau im Vorstand des Dax-Konzerns Continental, Elke Strathmann, wird überraschend nicht verlängert. Ihr Nachfolger soll wieder eine Frau werden. Managerinnen werden derzeit händeringend gesucht.
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HamburgEigentlich schien die anstehende Verlängerung des Ende 2014 auslaufenden Vertrages von Elke Strathmann als Personalvorstand des Dax-Konzerns Continental eine Formsache zu sein. Doch nun trennt sich der Autozulieferer und Reifenhersteller aus Hannover überraschend von der anerkannten Personalmanagerin. Das berichtet das Handelsblatt in seiner Montagsausgabe mit Verweis auf Aufsichtsratskreise.
Continental äußerte sich auf Anfrage nicht zu der Personalie. Weder Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle noch Strathmann selbst waren erreichbar. Der Abgang der 56-Jährigen kommt gänzlich unerwartet. Der Grund für die Trennung ist offenbar vorwiegend atmosphärischer Natur.

„Sie ist zu vielen Männern mit ihrer selbstbewussten Art auf die Füße getreten“, hieß es in Kreisen des Aufsichtsrates. Die Arbeitnehmer standen dem Vernehmen nach hinter Strathmann, doch Reitzle setzte auf Wunsch von Vorstandschef Elmar Degenhart die Trennung durch.
Strathmann ist erst seit Januar 2012 im inzwischen neunköpfigen Vorstand des Konzerns. Sie kam von Nestlé, war vorher in leitenden Positionen bei Johnson & Johnson und Procter & Gamble. In der neuen Position hatte sie die Aufgabe, Contis Personalarbeit nach vielen Zukäufen zu vereinheitlichen und zu modernisieren. Offenbar stieß die diplomierte Mathematikerin dabei auf erheblichen Gegenwind in einigen der fünf Divisionen. Das Unternehmen arbeitet sehr dezentral.
Reitzle und Degenhart haben Continental nach der feindlichen Übernahme durch das Familienunternehmen Schaeffler stabilisiert und zurück auf Wachstumskurs gebracht. Degenhart hat einen Kulturwechsel im traditionell zahlenlastigen und von Männern dominierten Konzern gestartet. Im Fall von Strathmann habe er sich aber den traditionellen Kräften gebeugt, hieß es in Konzernkreisen. „Eine Frau und dann auch noch aus der Konsumgüterindustrie, damit konnten einige nicht umgehen.“
Dem Vernehmen nach favorisiert Aufsichtsratschef Reitzle dennoch erneut eine Managerin für den Personalposten. Managerinnen sind in den Vorständen der Dax-Konzerne und besonders in der Autoindustrie aufgrund des großen Nachholbedarfs gesucht.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

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