Autozulieferer
„Die Zukunft der Mobilität findet in Osteuropa statt“

Der Autozulieferer Magna geht in die Offensive: Die Austro-Kanadier haben für einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag vier Werke des US-Konkurrenten Cardence in Tschechien und Ungarn gekauft. Magnas Co-Vorstandschef Siegfried Wolf erläutert Im Gespräch mit Handelsblatt.com die Gründe des Kaufs.

Herr Wolf, Warum kaufen Sie jetzt in der Krise dazu?

Wolf: Man muss auch an die Zukunft denken. Die Zukunft der Mobilität findet doch in Osteuropa statt. Außerdem erreichen wir mit dem Zukauf der Cadence-Werke eine Erweiterung unserer Produktpalette. Cadence ist stark bei Armaturen und der Innenraumgestaltung. In diesen Krisenzeiten ist das alles aber auch ein positives Signal: Es geht noch was!

Was verstehen Sie genau unter künftiger Mobilität?

Wolf: Dass wir neue und leichtere Werkstoffe einsetzen, mit dem sich der Kraftstoffverbrauch eines Autos reduzieren lässt. Gleichzeitig wollen wir mehr Sicherheit bieten, der Innenraum eines Fahrzeugs soll anmutiger und besser aussehen.

Welche Autohersteller werden Sie mit den jetzt zugekauften Werken beliefern?

Wolf: Das sind in erster Linie Autofabriken in Osteuropa. Also Skoda, das Audi-Werk in Ungarn und das Peugeot-Toyota-Gemeinschaftswerk in Tschechien. Außerdem wollen wir uns für das neue Werk von Mercedes bewerben, das gerade in Ungarn entsteht.

Können Sie es sich wirklich erlauben, jetzt einen dreistelligen Millionenbetrag für neue Werke auszugeben?

Wolf: Wir gehören zu den Unternehmen, die vorsichtig gewirtschaftet und rechtzeitig finanzielle Vorsorge getroffen haben. Magna ist schuldenfrei und kann diesen Kauf ohne Probleme aus eigener Kraft bewältigen.

Hätten Sie den Kauf vor einem Jahr gewagt?

Schwer zu sagen. In der Branche hat es jedenfalls eine gewaltige Veränderung gegeben. In der Vergangenheit sind die Preise für Firmen oder Unternehmensteile durch Hedge Fonds ziemlich in die Höhe getrieben worden. Jetzt bewegen wir uns auf einem realistischen Preisniveau, Vernunft ist wieder eingezogen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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