Autozulieferer
Dürr sieht keine Schwächezeichen in China

Der Autozulieferer Dürr geht mit positiven Zahlen ins zweite Halbjahr. Das Unternehmen peilt jeweils 3,5 Milliarden Euro an – auch weil sich Homag bezahlt macht. Für China bleibt das Unternehmen weiter optimistisch.
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FrankfurtDer Zulieferer Dürr hat bisher keine Bremswirkung des langsameren Wachstums am chinesischen Automarkt ausgemacht. „Unsere Pipeline mit Investitionsprojekten der Automobilindustrie ist weiterhin gut gefüllt“, erklärte Vorstandschef Ralf Dieter am Donnerstag. Im ersten Halbjahr sei das Bestellvolumen am größten Automarkt der Welt, der zugleich auch der wichtigste Einzelmarkt des schwäbischen Lackieranlagenbauers ist, um gut 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen auf 419 Millionen Euro. Dürr ist ein Zulieferer für langfristige Investitionen der Autobauer. Das Unternehmen spürt deshalb keine kurzfristigen Produktionskürzungen, würde aber eine strukturelle Trendwende frühzeitig beobachten.

Bis 2019 erwartet Dürr in China ein Marktwachstum von sechs Prozent jährlich auf 30 Millionen Fahrzeuge, während in Europa und Amerika der Pkw-Absatz bei einem jährlichen Plus von vier Prozent auf jeweils rund 24 Millionen Pkw steigen soll.

Der MDax-Konzern gab nach einem kräftigen Zuwachs im zweiten Quartal einen optimistischen Ausblick auf das Gesamtjahr. Bei Auftragseingang und Umsatz werde Dürr das obere Ende des Zielkorridors von jeweils 3,5 Milliarden Euro erreichen, prognostizierte Dieter. Im zweiten Quartal schnitt Dürr beim Umsatz besser ab als von Analysten erwartet und traf genau die Gewinnprognose. Durch die Übernahme des Schwarzwälder Holzmaschinenbauers Homag sprang der Umsatz von April bis Juni um 77 Prozent auf 924 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Basis betrug das Plus 29 Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern betrug 60,5 Millionen Euro nach 45 Millionen Euro im Vorjahresquartal, als Homag noch nicht zum Dürr-Konzern gehörte. Die operative Marge ging vor allem wegen der vergleichsweise geringeren Profitabilität der Homag um zwei Prozentpunkte auf 6,5 Prozent vom Umsatz zurück. Auch ohne das Tochterunternehmen wäre die Rendite gegenüber dem starken Vorjahresquartal gesunken, unter anderem wegen eines Verlustes in der kleinsten Sparte Reinigungstechnik, aber nur auf 7,3 Prozent. Der Auftragseingang lag im zweiten Quartal bei 900 Millionen Euro. Das Orderbuch sei gut gefüllt, versicherte Dürr. Unter dem Strich verdienten die Schwaben 36,5 Millionen Euro, ein Plus von 27 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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