Autozulieferer
Dürr verbucht weniger Umsatz aber mehr Gewinn

Der Spezialist für Lackieranlagen kann seinen Gewinn zum Jahresauftakt sprunghaft steigern. Und das, obwohl der Umsatz von Dürr geschrumpft und auch der Auftragseingang nicht ganz so erbauend ist.
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StuttgartDer Autozulieferer Dürr hat im ersten Quartal dank eines wachsenden Servicegeschäfts und mehr Eigenfertigung den Gewinn sprunghaft gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 23 Prozent auf 44 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Umsatz des Maschinen- und Anlagenbauers ging allerdings leicht zurück auf 538 Millionen Euro. Auch der Auftragseingang ging stärker zurück als von Analysten erwartet. Die MDax-Aktie war dennoch gefragt.

Dass Dürr trotz Umsatzflaute mehr verdiente, lag zum einen an der Ertragswende bei der industriellen Reinigungstechnik. Die Sparte hatte wegen einer Umstrukturierung im vergangenen Jahr Verlust geschrieben und warf nun wieder Gewinn ab. Zum anderen fertigte Dürr einen höheren Anteil seiner Maschinen und Anlagen selbst und kaufte weniger Material von Lieferanten ein - das ließ die Kosten sinken. Schließlich wirft auch das wachsende Servicegeschäft - also Schulungen, Wartung und Ersatzteile für Maschinen - mehr Gewinn ab. Der Service-Umsatz stieg um zehn Prozent auf 130 Millionen Euro, er macht jetzt ein Viertel des gesamten Umsatzes aus.

Der Auftragseingang brach zugleich stärker ein als von Analysten erwartet: Mit 565 Millionen Euro gingen von Januar bis März 17 Prozent weniger Bestellungen bei dem Spezialisten für Lackieranlagen ein. Im Vergleichsquartal 2013 habe es überdurchschnittlich viele Orders aus China gegeben, erklärte Dürr. Analysten hatten diesen Basiseffekt aus dem Vorjahresquartal zwar eingerechnet, doch im Schnitt hatten die Experten Dürr zugetraut, den Rückgang auf gut zwölf Prozent zu begrenzen.

Die Auftragsbücher sollen sich jedoch im zweiten Halbjahr stärker füllen, stellte Vorstandschef Ralf Dieter in Aussicht. „Unsere Projektpipeline ist gut gefüllt, vor allem in China plant die Automobilindustrie zahlreiche Investitionen“, erklärte er. Zu Jahresbeginn war die Aktie des im Nebenwerteindex MDax notierten Unternehmens wegen des schwachen Auftragseingangs Ende 2013 noch eingebrochen. Jetzt griffen die Anleger zu: Der Kurs stieg um rund ein Prozent auf mehr als 57 Euro.

Den vorsichtigen Ausblick für 2014 bekräftigte Dürr: Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart Umsatz und Gewinn kaum über Vorjahresniveau. Mit einem Erlös von 2,4 bis 2,5 Milliarden Euro soll ein operatives Ergebnis von gut 200 Millionen Euro erzielt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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