
FrankfurtAngesichts des Autobooms in Nordamerika und den Schwellenländern denkt der Autozulieferer Dürr über ehrgeizigere Ziele nach. "Wir sind konservativ und warten lieber das zweite Quartal ab, weil wir dann klarer sehen", sagte Vorstandschef Ralf Dieter der "Börsen-Zeitung". "Danach bekräftigen wir unsere Vorhersage oder korrigieren sie - eher nach oben." Auch die Perspektiven für die nächsten Jahre seien "sehr positiv".
Nach Unternehmensangaben von Ende April sollen Auftragseingang und Umsatz im laufenden Jahr mehr als zwei Milliarden Euro betragen. Bei der operativen Marge will der für seine Lackier- und Montageanlagen bekannte Konzern bis Jahresende 5,5 bis sechs Prozent erreichen.
Die Aussagen gaben der Aktie Auftrieb. Die Titel waren mit einem Plus von 2,8 Prozent auf 43,45 Euro größte Gewinner im Nebenwerteindex MDax. "Die Äußerungen sorgen zwar für positive Stimmung, allerdings liegen die Markterwartungen bereits über den Ergebniszielen des Unternehmens", sagte ein Börsianer.
Auch in der Zukunft setzt Dürr laut Dieter vor allem auf das Wachstum in Schwellenländern - allen voran China -, die inzwischen zwei Drittel zum Auftragseingang beitragen. Gleichzeitig expandiere Dürr in andere Branchen, etwa in den Luftfahrtsektor. "Wir setzen gezielt Kernkompetenzen aus der automobilen Produktionstechnik ein, um uns neue Wachstumsfelder in anderen Bereichen zu erschließen", sagte Dieter.
Allerdings verfolge das Unternehmen nicht das Ziel, den Umsatzanteil des Autogeschäfts auf einen bestimmten Prozentsatz zu reduzieren. In fünf Jahren werde Dürr vermutlich noch immer 75 oder 80 Prozent der Erlöse aus dem Autogeschäft erwirtschaften.
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