Autozulieferer
Eberspächer erholt sich langsam von Fehlern in den USA

Nach Verlusten im US-Geschäft sieht sich der Autozulieferer Eberspächer auf dem Weg zu alter Ertragsstärke. Auch nach seinem Verkauf wird Chrysler einer der größten Kunden bleiben. Zudem will der Zulieferer bis zum nächsten Jahr einen japanischen Großkunden in den USA an Land ziehen. In Deutschland muss das Unternehmen dennoch 185 Stellen streichen.

mwb STUTTGART. „2007 werden wir eine weitere Entspannung der Ertragslage erleben“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Heinrich Baumann. Eberspächer kündigte den Abbau von 185 von insgesamt 1 800 Arbeitsplätzen im Werk Neunkirchen an. Nur so könne der Standort gesichert werden. Für den Stammsitz Esslingen hat das Unternehmen einen Ergänzungstarifvertrag mit Arbeitsplatzgarantie abgeschlossen bis 2012 und im Gegenzug eine Flexibilisierung der Arbeitszeit bis 39 Stunden.

Im vergangenen Jahr konnte Eberspächer das operative Ergebnis mit 29,7 Mill. Euro fast verdoppeln. Das Unternehmen werde aber noch ein weiteres Jahr brauchen, um eine Umsatzrendite von fünf Prozent nach Steuern zu erreichen. Derzeit liegt sie noch bei mageren 0,4 Prozent.

„Ohne die Verluste in den USA hätten wir unser Renditeziel bereits erreicht“, sagte Baumann. Der Hersteller von Abgasanlagen und Heizungen hatte in den Aufbau des US-Geschäfts 150 Mill. Euro investiert und dabei nach eigenen Angaben typische Anfängerfehler begangen. Die Belegschaft in den USA wurde bereits um 40 auf 300 Beschäftigte verringert. Darüber hinaus leidet das Familienunternehmen unter der Schwäche der US-Autoindustrie. Eberspächer beliefert in den USA die M-Klasse von Mercedes und Chrysler. Die Daimler-Tochter werde auch nach dem Verkauf an den Finanzinvestor ein attraktiver Kunde bleiben, sagte Baumann. Zudem will Eberspächer bis zum nächsten Jahr einen japanischen Großkunden in den USA an Land ziehen.

Einen kräftigen Schub gab es auch beim Umsatz mit einem Plus um 23 Prozent auf zwei Mrd. Euro. Im wichtigsten Bereich Abtgastechnik war die Steigerungsrate mit 27 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro noch größer. Baumann führt den Sprung aber vor allem auf den großen Anteil teurer Zukaufteile wie Monolithen für Dieselpartikelfilter zurück. Die Steigerungsraten von 2006 seien nicht wiederholbar. Baumann rechnet 2007 mit einem Umsatzplus von über fünf Prozent.

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