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Autozulieferer: Elring-Klinger erwartet schwieriges Jahr

Dichtungen und Hitzeschilde sind die Domäne von Elring-Klinger, in der das Unternehmen ein Umsatzplus anpeilt. Die Märkte in Asien werden immer wichtiger. Dennoch erwartet der Zulieferer schwierige Geschäfte.

Zylinderkopfdichtungen in der Produktion bei Elring-Klinger: 2013 erwartet das Unternehmen schwierige Geschäfte. Quelle: dpa
Zylinderkopfdichtungen in der Produktion bei Elring-Klinger: 2013 erwartet das Unternehmen schwierige Geschäfte. Quelle: dpa

Dettingen/ErmsDer Autozulieferer Elring-Klinger rechnet in diesem Jahr erneut mit schwierigen Geschäften in der Autobranche. „Den Boom, den viele für das zweite Halbjahr erwarten, den sehe ich im Moment noch nicht“, sagte Vorstandschef Stefan Wolf am Donnerstag. Trotzdem will der Spezialist für Dichtungen und Hitzeschilde vom Trend zu spritsparenden Fahrzeugen profitieren und seinen Umsatz um fünf bis sieben Prozent verbessern.

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Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll noch etwas stärker steigen. Vor allem in Asien und Nordamerika sei die Nachfrage stark. Für Europa hat Elring-Klinger hingegen keine großen Erwartungen.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

  • Platz 10

    Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

  • Platz 9

    Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

  • Platz 8

    Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

  • Platz 7

    Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

  • Platz 6

    Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

  • Platz 5

    Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

  • Platz 4

    Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

  • Platz 3

    Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

  • Platz 2

    Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

  • Platz 1

    Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

    Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

In Asien und Nordamerika mache Elring-Klinger inzwischen die Hälfte seines Umsatzes. Deshalb könnten auch Produktionsverlagerungen in diese Regionen in fünf bis zehn Jahren ein Thema werden. Bislang arbeitet noch fast jeder zweite der 6300 Mitarbeiter in Deutschland. Zugleich hofft das Unternehmen auf gute Geschäfte mit seinen Produkten auch außerhalb der Automobilbranche. Ziel sei es, in diesem Bereich den Umsatzanteil von derzeit 10 auf 20 bis 25 Prozent zu steigern.

Die innovativsten Autostandorte

  • Quelle

    In der Studie „European Automotive Survey 2013“ haben die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young 300 europäische Unternehmen der Automotive-Branche befragt, wie sie die Innovationskraft der Automobilstandorte bewerten.

  • Platz 18

    Spanien
    Die Spanier verlieren im Innovationsranking satte 12 Prozentpunkte. Drei Prozent halten das Land in punkto Innovationskraft für sehr wettbewerbsfähig, 14 Prozent für eher wettbewerbsfähig. Damit sind die Spanier Schlusslicht in Europa.

  • Platz 17

    Ungarn
    Mit Daimler und Audi haben zwei deutsche Hersteller große Werke in Ungarn. In punkto Innovationskraft hat das osteuropäische Land enormen Nachholbedarf. Ein Prozent halten die Ungarn in diesem Feld für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 16

    Türkei
    Gleichauf mit Ungarn sind die Türken in punkto Innovationskraft. Auch die Türkei ist für ein Prozent der befragten Unternehmen sehr wettbewerbsfähig, für 17 Prozent eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 15

    Polen
    Der Nachbar ist ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Autokonzerne, doch nicht sonderlich innovativ. Drei Prozent halten die Polen für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent für wettbewerbsfähig. Das sind acht Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

  • Platz 14

    Slowakei
    Die Heimat von VW-Tochter Skoda schneidet im Innovationsranking ebenfalls eher schlecht ab. Zwei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 13

    Italien
    Satte neun Prozentpunkte haben die Italiener im Innovationsranking eingebüßt. Die Heimat von Fiat und Ferrari halten mittlerweile nur noch vier Prozent aller befragten Unternehmen für sehr wettbewerbsfähig,  24 halten Italien für eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 12

    England
    Das Vereinigte Königreich war einst eine stolze Autonation. In punkto Innovation ist davon wenig geblieben. Erneut büßen die Briten 11 Prozentpunkte ein – und rutschen damit im Ranking ab. Sieben Prozent bewerten UK als sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent als eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 11

    Tschechien
    Unter Osteuropas Ländern belegen die Tschechen einen Spitzenplatz, insgesamt reicht das aber nur fürs Mittelfeld. Vier Prozent halten Tschechien für sehr wettbewerbsfähig, 27 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 10

    Russland
    Die große Wachstumshoffnung in Europa, doch in punkto Innovationskraft besteht Nachholbedarf. Sieben Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 24 für eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 9

    Frankreich
    Der große Verlierer im Innovationsranking. 21 Prozentpunkte büßt der Standort Frankreich ein. Nur noch sechs Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land in punkto Innovationskraft für sehr wettbewerbsfähig, 28 für eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 8

    Schweden
    Die Heimat von Volvo gehört zu den großen Gewinnern des Innovationsrankings. Neun Prozentpunkte haben die Skandinavier im vergangenen Jahr hinzugewonnen. 13 Prozent aller befragten Unternehmen halten Schweden für sehr wettbewerbsfähig, 30 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 7

    Indien
    Auf Indiens Automarkt regieren die Billigmodelle. Trotzdem wird das Land von den Automobilunternehmen als relativ innovativ angesehen. Zehn Prozent bewerten den Standort als sehr wettbewerbsfähig, 35 als eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 6

    Brasilien
    Den zweitgrößten Sprung im Ranking macht das südamerikanische Land (+13 Prozentpunkte). Zuletzt haben mehrere Autokonzerne in Brasilien investiert. Die Innovationskraft bewerten zehn Prozent als sehr wettbewerbsfähig, 39 als eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 5

    USA
    Volkswagen feiert in Amerika immer neue Wachstumsrekorde, auch in punkto Innovationskraft hat das Land zugelegt. 13 Prozent halten den Standort USA für sehr wettbewerbsfähig, 43 für eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 4

    China
    Obwohl der chinesische Automarkt sich zuletzt wieder abgekühlt hat, belegt das Land im Innovationsranking einen der Spitzenplätze. 18 Prozent halten China für sehr wettbewerbsfähig, 42 für eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 3

    Südkorea
    Hyundai und Kia sorgen auf dem europäischen Automarkt für Wirbel. Das liegt vor allem an der Innovationskraft der südkoreanischen Konzerne. Der Standort gewinnt im Innovationsranking satte 21 Prozentpunkte – mehr als jedes andere Land. Für 20 Prozent aller befragte ist das Land sehr wettbewerbsfähig, für 41 Prozent eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 2

    Japan
    Die japanische Autoindustrie hat sich erholt und greift nun wieder nach der Weltspitze – auch in punkto Innovationskraft. 24 Prozent bewerten Japan als sehr wettbewerbsfähig, 41 als eher wettbewerbsfähig.

  • Platz 1

    Deutschland
    Geht es nach der Einschätzung der europäischen Automotive-Unternehmen ist kein Land in Europa innovativer als Deutschland. Satte 44 Prozent halten den Standort für sehr wettbewerbsfähig in punkto Innovationskraft, 37 bewerten die Deutschen als eher wettbewerbsfähig

Für 2012 bestätigte Elring-Klinger die vorläufigen Zahlen. Der Umsatz stieg um 9,1 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. Beim Gewinn blieb Elring-Klinger durch den Preisdruck in der Branche hingegen mit einem Rückgang um gut 9 Prozent auf 85,9 Millionen Euro hinter den eigenen Erwartungen zurück.

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