Autozulieferer Grammer Bosnischer Investor will Hauptversammlung erzwingen

Die Unternehmerfamilie Hastor aus Bosnien greift nach der Kontrolle beim Autozulieferer Grammer. Die Bosnier wollen nun eine außerordentliche Hauptversammlung erzwingen, um dort Vorstandschef Müller zu stürzen.
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Der Autozulieferer hat davor gewarnt, dass bei einer Machtübernahme durch Hastor wichtige Kunden aus der deutschen Autoindustrie abzuspringen drohen. Quelle: dpa
Mitarbeiter bei Grammer

Der Autozulieferer hat davor gewarnt, dass bei einer Machtübernahme durch Hastor wichtige Kunden aus der deutschen Autoindustrie abzuspringen drohen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie bosnische Unternehmerfamilie Hastor will auf gerichtlichem Weg eine außerordentliche Hauptversammlung beim Autozulieferer Grammer erzwingen. Ein Sprecher von Hastor bestätigte am Montag, dass die Familie schon Ende Januar einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht am Firmensitz von Grammer im ostbayerischen Amberg gestellt habe. Die Hastors berufen sich dabei auf das Aktiengesetz, das einem mit mindestens fünf Prozent beteiligten Aktionär die Einberufung eines Aktionärstreffens „aus wichtigem Grund“ erlaubt. Nun kann sich Grammer zu dem Antrag äußern.

Die Familie, die auch Eigentümerin des Autozulieferers Prevent ist, hat sich mit mehr als 20 Prozent bei dem bayerischen Hersteller von Kopfstützen, Armlehnen und Sitzen eingekauft und verlangt die Ablösung von Vorstandschef Hartmut Müller und fünf Sitze im Aufsichtsrat. Angesichts der für gewöhnlich niedrigen Präsenz auf Grammer-Hauptversammlungen droht dem Vorstand dort eine Niederlage. Die nächste reguläre Hauptversammlung steht am 24. Mai an.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Grammer hat davor gewarnt, dass bei einer Machtübernahme durch Hastor wichtige Kunden aus der deutschen Autoindustrie abzuspringen drohten. Prevent hatte sich im vergangenen Jahr heftig mit Volkswagen zerstritten und zeitweise die Produktion des Wolfsburger Autobauers lahmgelegt. Neben VW gehört auch Daimler zu den Großkunden von Grammer.

  • rtr
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