Autozulieferer Knorr-Bremse gibt sich bei Haldex geschlagen

Autozulieferer Knorr-Bremse stellt Bremsen für Züge und Lkw her. Die Übernahme des Rivalen Haldex sollte das Geschäft ausbauen, doch der Kauf gestaltete sich schwierig. Nun hat der Konzern seine Offerte zurückgezogen.
Update: 19.09.2017 - 11:05 Uhr Kommentieren
Der Rivale Haldex hat sich erfolgreich gegen eine Übernahme durch Knorr-Bremse gestemmt. Quelle: dpa
Knorr-Bremse

Der Rivale Haldex hat sich erfolgreich gegen eine Übernahme durch Knorr-Bremse gestemmt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Autozulieferer Knorr-Bremse gibt sich bei der geplanten Übernahme des schwedischen Konkurrenten Haldex endgültig geschlagen. Die 580 Millionen Euro schwere Offerte wird zurückgezogen, die Bemühungen um eine Kartellfreigabe beendet, wie Knorr-Bremse am Dienstag mitteilte.

Die Führung von Haldex verweigere die erforderliche Zusammenarbeit für eine Fortsetzung des Kartellfreigabeverfahrens. Der Zusammenschluss mit den Schweden sei die bevorzugte Option für die Münchener gewesen. „Wir werden nun andere Alternativen verfolgen“, sagte Knorr-Bremse Chef Klaus Deller.

Das Haldex-Management hatte sich gegen eine Übernahme durch Knorr-Bremse gestemmt, die Chancen für eine Genehmigung durch die Kartellbehörden schätzten die Schweden als „sehr gering“ ein. Anfang September lehnte die schwedische Börsenaufsicht (SSC) die Verlängerung der Angebotsfrist ab, die Knorr-Bremse wegen der der kartellrechtlichen Prüfung in Brüssel bis zum 9. Februar hatte ausweiten wollen.

Das sind die größten Autozulieferer der Welt
Platz 10: Faurecia
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Der Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die Franzosen kletterten im Ranking in diesem Jahr um einen Rang nach oben, obwohl es beim Umsatz um 0,3 Prozent nach unten ging. Der Umsatz betrug 2016 insgesamt 18,7 Milliarden Euro.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 9: Michelin
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Die vor allem für ihre Reifen bekannte Firma aus Frankreich machte 2016 insgesamt 20,9 Milliarden Euro Umsatz. Das bedeutet ein Minus von 1,4 Prozent. Dennoch reicht es für die Top Ten der größten Automobilzulieferer der Welt.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Die Japaner, ebenfalls vor allem für ihre Reifen bekannt, bleiben trotz eines Minus von 6,7 Prozent auf dem achten Platz der Rangliste. Der Umsatz betrug zuletzt 22,5 Millionen Euro.

Platz 7: Aisin
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Die zweite japanische Firma in den Top Ten: Aisin, das zur Toyota-Gruppe gehört, darf sich über ein Plus von 15,9 Prozent freuen. Damit lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 28 Milliarden Euro.

Platz 6: Hyundai Mobis
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Obwohl die Koreaner, die Hyundai und Kia beliefern, ein Plus von 7,6 Prozent machten, fielen sie um einen Rang zurück. Der Umsatz betrug 30,2 Milliarden Euro.

Platz 5: ZF Friedrichshafen
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Der Stiftungskonzern vom Bodensee konnte Hyundai Mobis überholen, denn das Umsatzplus betrug zuletzt 19,3 Prozent. Der gesamte Umsatz für das Jahr 2016 beläuft sich auf 32,353 Milliarden Euro.

Platz 4: Magna
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Der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer verzeichnete jüngst ein Umsatzplus von 17,6 Prozent. Mit einem Erlös von 34.587 Milliarden Euro verharrt Magna auf dem vierten Rang.

Zur Zukunft der Beteiligung von Knorr-Bremse an Haldex äußerte sich Deller ausweichend. Der Münchener Konzern besitzt 14,9 Prozent an den Schweden. „Hinsichtlich unserer Beteiligung an Haldex werden wir als verantwortungsbewusster Aktionär auftreten und alle unsere Optionen im besten Interesse des Unternehmens und von Knorr-Bremse nutzen“, sagte Deller.

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen hält sich derweil zu seinen Plänen beim schwedischen Konkurrenten Haldex bedeckt. „Wir haben die Entwicklungen bei Haldex zur Kenntnis genommen. Die Situation hat sich für uns nicht geändert“, sagte ein Sprecher von ZF Friedrichshafen am Dienstag. „Wir sind derzeit weiterhin größter Anteilseigner.“

Zuvor hatte der Konkurrent Knorr-Bremse seine Übernahmeofferte für Haldex zurückgezogen. Auch ZF hatte sich um die Schweden bemüht, war aber von Knorr-Bremse ausgestochen worden. „Im Moment haben wir keinen Grund, erneut ein Angebot für Haldex abzugeben“, sagte der ZF-Sprecher. Der Konzern hält 17 Prozent an Haldex.

  • rtr
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