Autozulieferer
Knorr-Bremse gibt sich bei Haldex geschlagen

Autozulieferer Knorr-Bremse stellt Bremsen für Züge und Lkw her. Die Übernahme des Rivalen Haldex sollte das Geschäft ausbauen, doch der Kauf gestaltete sich schwierig. Nun hat der Konzern seine Offerte zurückgezogen.
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FrankfurtDer Autozulieferer Knorr-Bremse gibt sich bei der geplanten Übernahme des schwedischen Konkurrenten Haldex endgültig geschlagen. Die 580 Millionen Euro schwere Offerte wird zurückgezogen, die Bemühungen um eine Kartellfreigabe beendet, wie Knorr-Bremse am Dienstag mitteilte.

Die Führung von Haldex verweigere die erforderliche Zusammenarbeit für eine Fortsetzung des Kartellfreigabeverfahrens. Der Zusammenschluss mit den Schweden sei die bevorzugte Option für die Münchener gewesen. „Wir werden nun andere Alternativen verfolgen“, sagte Knorr-Bremse Chef Klaus Deller.

Das Haldex-Management hatte sich gegen eine Übernahme durch Knorr-Bremse gestemmt, die Chancen für eine Genehmigung durch die Kartellbehörden schätzten die Schweden als „sehr gering“ ein. Anfang September lehnte die schwedische Börsenaufsicht (SSC) die Verlängerung der Angebotsfrist ab, die Knorr-Bremse wegen der der kartellrechtlichen Prüfung in Brüssel bis zum 9. Februar hatte ausweiten wollen.

Zur Zukunft der Beteiligung von Knorr-Bremse an Haldex äußerte sich Deller ausweichend. Der Münchener Konzern besitzt 14,9 Prozent an den Schweden. „Hinsichtlich unserer Beteiligung an Haldex werden wir als verantwortungsbewusster Aktionär auftreten und alle unsere Optionen im besten Interesse des Unternehmens und von Knorr-Bremse nutzen“, sagte Deller.

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen hält sich derweil zu seinen Plänen beim schwedischen Konkurrenten Haldex bedeckt. „Wir haben die Entwicklungen bei Haldex zur Kenntnis genommen. Die Situation hat sich für uns nicht geändert“, sagte ein Sprecher von ZF Friedrichshafen am Dienstag. „Wir sind derzeit weiterhin größter Anteilseigner.“

Zuvor hatte der Konkurrent Knorr-Bremse seine Übernahmeofferte für Haldex zurückgezogen. Auch ZF hatte sich um die Schweden bemüht, war aber von Knorr-Bremse ausgestochen worden. „Im Moment haben wir keinen Grund, erneut ein Angebot für Haldex abzugeben“, sagte der ZF-Sprecher. Der Konzern hält 17 Prozent an Haldex.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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