Autozulieferer: Lahmender Reifenmarkt kann Continental nicht schocken

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Lahmender Reifenmarkt kann Continental nicht schocken

Der Reifenmarkt in Deutschland und Europa entwickelt sich schwach. Dennoch konnte der Autozulieferer Continental im vergangenen Jahr deutlich wachsen. Auch 2013 soll es weiter aufwärts gehen, so der Dax-Konzern.
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DetroitDer Autozulieferer Continental hat ungeachtet der tiefen Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt im vergangenen Jahr ein Rekordgeschäft gemacht und erwartet auch für 2013 deutliches Wachstum. Allerdings werde Continental dabei das Tempo von 2012 nicht ganz halten können, sagte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart am Montag am Rande der Motorshow in Detroit. „Die Unsicherheit über den Verlauf der Pkw-Produktion und anderer für Continental wichtiger Absatzmärkte ist weiterhin groß“, erklärte er.

So sind die Neuzulassungen in der EU zum Beispiel aufgrund der Schuldenkrise 2012 um mehr als sieben Prozent gefallen. Die Folge: „Der europäische Markt für Pkw-Reifen ist stark zurückgegangen“, sagte Continental-Vorstand Nikolai Setzer jüngst dem Handelsblatt. Er ist Chef der Reifensparte des Dax-Konzerns.

Dennoch kletterte der Umsatz von Continental nach vorläufigen Zahlen stärker als erwartet im Jahresvergleich um mehr als sieben Prozent auf rund 32,7 Milliarden Euro – der Konzern bietet weit mehr als Reifen an, etwa auch Autoelektronik. Als operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben von den Erlösen 10,7 Prozent übrig, nach 10,1 Prozent im Vorjahr. Für 2013 strebe Continental ein Umsatzplus von rund fünf Prozent auf dann mehr als 34 Milliarden Euro an, sagte Degenhart.

Seine endgültigen Zahlen will Continental am 7. März vorlegen. Der Konzern war nach längerer Pause im vergangenen Jahr wieder in den Aktienindex DAX der 30 größten deutschen Unternehmen zurückgekehrt. Das Unternehmen profitiert von den guten Geschäften der deutschen Autohersteller, die schwache Absätze in Europa durch glänzende Verkäufe in Amerika und Asien mehr als wettmachen.

Der Verkauf von Autoreifen in Deutschland sank im vergangenen Jahr um 10,1 Prozent auf 44,3 Millionen Stück. Damit erreichte der deutsche Markt 2012 nur knapp das Niveau von 2008. Die Gründe: Es wird weniger gefahren, und neue Reifen halten länger.

Noch schlimmer ist die Lage bei Reifen für Lastwagen: Statt des angenommenen Wachstums um ein Prozent auf gut drei Millionen Stück brach der Absatz um 11,9 Prozent ein auf knapp 2,7 Millionen.

Die Aussagen zum Umsatzwachstum haben Continental-Anleger am Montag enttäuscht. Die Aktien des Autozulieferers rutschten mit einem Abschlag von knapp ein Prozent auf 84,24 Euro ans Dax-Ende.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

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