Autozulieferer
Leoni hofft auf Wachstum

Der Autozulieferer Leoni hat entgegen der Erwartungen der Experten bereits im dritten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Nun hofft das Unternehmen auf Wachstum im kommenden Jahr.
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HB NÜRNBERG. Trotz schwarzer Zahlen im Quartal ist der Autozulieferer und Kabelproduzent Leoni für 2009 pessimistischer: Der Umsatz werde eher auf 2,1 als nur auf 2,2 Mrd. Euro sinken, sagte Konzernchef Klaus Probst am Dienstag in Nürnberg. Bisher hatte es geheißen, dass die Erlöse am oberen Ende dieser Spanne liegen würden. Das Schlussquartal hänge entscheidend davon ab, wie lange die Autobauer Werksferien machten. Zudem würden wieder Preissenkungen von den Zulieferern verlangt. Laut Finanzchef Dieter Belle wird Leoni 2009 operative Verluste sowie einen Fehlbetrag von 140 statt der bisher angekündigten 130 Mio. Euro einfahren. Das Sparprogramm geht deshalb weiter.

„In Westeuropa werden wir ein Werk komplett schließen“, kündigte Probst an, wollte aber keine Details nennen. Die Mitarbeiter an dem betroffenen Standort würden erst in den nächsten Wochen informiert. Das Werk liege nicht in Deutschland. Leoni mit Sitz in Nürnberg hat Standorte in zahlreichen westeuropäischen Ländern, darunter Frankreich oder Spanien. Der Konzern war bereits im Herbst 2008 auf die Kostenbremse getreten und hatte Stellen in Niedriglohnregionen wie Osteuropa, Nordafrika oder China abgebaut. Dann folgten höher bezahlte Verwaltungsjobs in Westeuropa, etwa in Frankreich oder Portugal.

In Deutschland fiel die Zahl der Arbeitsplätze um rund 450 auf 3800. Es sei nicht auszuschließen, dass in kleinerem Rahmen hier noch weitere Stellen gestrichen würden, sagte Probst. In Billiglohnländern werde dagegen wieder Personal eingestellt, weil die Autoproduktion allmählich wieder anziehe. Weltweit beschäftigt Leoni gut 47 600 Menschen, davon rund 20 000 in Nordafrika.

Die Kosten müssten weiter gesenkt werden, weil die Autokonzerne von den Zulieferern auch dieses Jahr wieder die üblichen Preisnachlässe von zwei bis drei Prozent verlangten. Nach dem September, dem bisher stärksten Monat des Jahres, werfe das Geschäft nun weniger ab. Leoni profitiere aber davon, dass Hersteller wie Daimler, BMW oder PSA Peugeot Citroen nach und nach neue Modelle auf den Markt bringen. Leoni erzielt rund 70 Prozent seiner Umsätze mit der Autoindustrie. Der Konzern war im vierten Quartal 2008 in die roten Zahlen gerutscht, nachdem die Automärkte rund um den Globus als Folge der Krise kollabiert waren.

Nach drei Verlustquartalen überraschte Leoni jetzt mit operativ schwarzen Zahlen. Dank des Sparprogramms lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 5,5 Mio. Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Der Umsatz brach um 28 Prozent auf 531 Mio. Euro ein; nach neun Monaten betrugen die Erlöse 1,55 Mrd. Euro (minus 33 Prozent). Probst sagte, 2010 werde der Umsatz um rund zehn Prozent zulegen.

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