Autozulieferer Leoni

Problemen in der Bordnetzsparte lassen Gewinn abrutschen

Der Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni muss einen herben Gewinneinbruch hinnehmen. Umbaukosten vor allem in der Sparte mit Bordnetzsystemen für die Autoproduktion belasten das Unternehmen.
Update: 10.08.2016 - 13:14 Uhr
Die Probleme in der Bordnetzsparte belasten den Autozulieferer. Quelle: dpa
Kabelspezialist Leoni

Die Probleme in der Bordnetzsparte belasten den Autozulieferer.

(Foto: dpa)

NürnbergDie Kosten für die laufende Sanierung haben dem Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni erneut einen Gewinneinbruch eingebrockt. Im abgelaufenen Quartal rutschte der Überschuss um fast ein Drittel auf 24,3 Millionen Euro, wie die Nürnberger am Mittwoch mitteilten. Vor allem die Kosten für Produktionsverlagerungen und den Abbau von weltweit 1100 Stellen schlugen den Franken ins Kontor. Die Einschnitte vor allem in der krisengeplagten Bordnetzsparte sollen sich ab dem kommenden Jahr auszahlen.

Leoni hatte sich in dem Segment, das rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes einfährt, verhoben. Ein Werk in Rumänien konnte wegen hausgemachter Probleme die Auftragsflut nicht stemmen. Kurzfristig wurden Tausende neue Mitarbeiter gebraucht. Die Kostenexplosion lastete schwer auf der Rendite. Vorstandschef Dieter Bellé will nun die Produktion vereinfachen und die Organisation straffen.

Nach mehreren Rochaden im Vorstand versprach Bellé nun spätestens mit der Ankunft des neuen Bordnetzchefs Anfang 2017 ruhigere Zeiten. „Ich hoffe, damit eine deutlich bessere Kontinuität der Vorstandsarbeit zu gewährleisten“, sagte der 60-Jährige in einer Telefonkonferenz. Bellé war vor zwei Jahren vom Posten des Finanzvorstands zum Konzernchef aufgerückt. Ein neuer Finanzchef kommt im Herbst.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

An der jüngsten Prognose für das laufende Jahr hielt Leoni nach stagnierenden Quartalseinnahmen fest: Der Umsatz werde mindestens 4,4 Milliarden Euro betragen, der Betriebsgewinn zum Vorjahr um etwa ein Drittel auf 105 Millionen Euro sinken. Die Restrukturierungskosten für das Gesamtjahr veranschlagt das Unternehmen auf rund 30 Millionen Euro.

An der Börse kamen die Aussagen gut an, die Leoni-Titel legten im MDax gut ein Prozent zu. „Nach den Enttäuschungen im letzten Jahr könnte es bei Leoni wieder aufwärts gehen“, urteilte Analyst Frank Schwope von der NordLB. „In den letzten Jahren hatte es immer wieder Gerüchte über Interesse chinesischer Investoren an Leoni gegeben.“ Der Kauf des Roboterbauers Kuka durch Midea könnte als Vorbild dienen. Leoni-Chef Bellé will davon allerdings nichts wissen. „Aktuell gibt es keine konkrete Anfrage“, wies er Spekulationen über angebliches Kaufinteresse zurück.

  • dpa
  • rtr
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