Autozulieferer Leoni
Sanierung mit Nebenwirkungen

Der Gewinn des deutschen Autozulieferer Leoni leidet unter einem Betrugsfall und einer teuren Sanierung – normalerweise fährt der fränkische Konzern deutlich mehr ein. Aktionäre müssen mit weniger Dividende rechnen.
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MünchenEin Betrugsfall in Millionenhöhe und die teure Sanierung der Bordnetzesparte haben beim Autozulieferer Leoni den Gewinn in die Tiefe gerissen. Vor Zinsen und Steuern lag das Ergebnis (Ebit) 2016 bei rund 78 Millionen Euro, wie der Nürnberger Konzern am Montag mitteilte. Vor Jahresfrist standen noch gut 151 Millionen Euro zu Buche. In Aussicht gestellt hatte Leoni einen operativen Gewinn von 65 Millionen Euro. Betrüger hatten den Kabel- und Bordnetzespezialist mit gefälschten Dokumenten und Identitäten um 40 Millionen Euro erleichtert; in der Folge senkte der Autozulieferer im Spätsommer seine Prognose.

Die Restrukturierung und Straffung der Bordnetzesparte samt Stellenabbau verschlangen rund 30 Millionen.

Bereinigt um Sondereinflüsse legte das operative Ergebnis 2016 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zu. Leoni fuhr einen Jahresumsatz von rund 4,4 (Vorjahr: 4,5) Milliarden Euro ein – soviel wie angekündigt. An der Börse lag die Aktie des MDax-Konzerns am Vormittag rund zwei Prozent im Plus.

Unterm Strich blieb Leoni 2016 ein Gewinn von rund zehn Millionen Euro, nach 77,3 Millionen Euro im Jahr zuvor. Analysten hatten hier mit deutlich mehr gerechnet. Weil der fränkische Zulieferer üblicherweise rund 30 Prozent des Jahresgewinns als Dividende ausschüttet, sollen die Aktionäre für 2016 weniger Geld bekommen: Vorstand und Aufsichtsrat wollen eine Dividende von 50 Cent vorschlagen. Im Jahr zuvor wurde noch ein Euro je Aktie ausgeschüttet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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