Autozulieferer
Mahle streicht jede zehnte Stelle

Der Autozulieferer Mahle rechnet mit einem rabenschwarzen Jahr für die Branche und will nach einem Gewinneinbruch mehr als zehn Prozent der Stellen streichen. Bis Jahresende würden außerhalb Europas 5 000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

HB STUTTGART. Derr Chef des Kolben- und Zylinderkomponenten-Herstellers, Heinz Junker, plant harte Einschnitte: In Europa will der 2008 nur knapp einem Verlust entgangene Konzern allein mit weiteren Arbeitszeitverkürzungen für die rund 21 500 Beschäftigten durch die Krise kommen. In Deutschland sind bereits 7000 der 9000 Beschäftigten in Kurzarbeit, das seit Jahren verlustreiche Werk im bayerischen Alzenau soll bis Jahresmitte geschlossen werden.

„Ein Rückgang des Konzernumsatzes im zweistelligen Prozentbereich wird 2009 unvermeidbar sein“, sagte Junker. Im ersten Halbjahr dieses Jahres werde Mahle in die roten Zahlen rutschen. Das zweite Halbjahr könne eine Trendwende bringen, wenn die Autobauer ihre derzeit stark gedrosselte Produktion wieder erhöhten.

Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen werde Ende 2009 dennoch um 13 bis 20 Prozent unter Vorjahr liegen, bei schweren Nutzfahrzeugen sei ein Rückgang um bis zu 17 Prozent wahrscheinlich. Um die Kasse zu schonen, kündigte Mahle nach der Ausweitung der Kapazitäten im vergangenen Jahr eine deutliche Kürzung der Investitionen an.

2008 schrumpfte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um fast 30 Prozent, der Überschuss schmolz wegen höherer Steuerlast um mehr als 90 Prozent auf 21,8 Mio. Euro zusammen. So wenig habe Mahle zuletzt 1999 mit der Hälfte der Beschäftigten verdient, sagte Junker. Der Umsatz gab im vergangenen Jahr hingegen lediglich um ein Prozent auf fünf Mrd. Euro nach, da der im Familienbesitz befindliche Konzern von zahlreichen Zukäufen profitierte. Da Ausgaben zuletzt aus den laufenden Einnahmen nicht mehr bedient werden konnten, musste Mahle bei Banken mehr als 200 Mio. Euro aufnehmen, was die Verbindlichkeiten per Ende 2008 auf knapp 1,3 Mrd. Euro hochtrieb.

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