Autozulieferer mit Problemen
Folgen des VW-Skandals für SHW kaum abschätzbar

Der Diesel-Skandal treibt VW in die roten Zahlen und könnte auch die Zulieferbranche belasten. SHW ist besonders abhängig von den Wolfsburgern. Das Unternehmen senkt die Prognose – allerdings aus einem anderen Grund.

FrankfurtNach dem VW-Abgasskandal spürt der Autozulieferer SHW nach eigenen Angaben bisher keine Rückschläge in seinem wichtigen Geschäft mit dem Wolfsburger Konzern. Derzeit werde keinerlei Rückgang bei den Bestellungen der verschiedenen VW-Marken festgestellt, sagte SHW-Sprecher Michael Schickling am Mittwoch. „Darüber hinaus lassen sich die Konsequenzen jetzt noch nicht abschätzen.“

Der Hersteller von Pumpen, Motorkomponenten und Bremsscheiben erzielte in den ersten neun Monaten 2015 mehr als 43 Prozent seines Gesamtumsatzes von knapp 360 Millionen Euro mit der VW-Gruppe. Die Manipulation von Abgaswerten trieb VW in die roten Zahlen und könnte auch die Zulieferbranche belasten.

Im dritten Quartal verringerte sich das bereinigte Ergebnis von SHW vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um elf Prozent auf rund zehn Millionen Euro. Im Gesamtjahr erwartet SHW statt dem ursprünglich angepeilten Ebitda von 46 bis 50 Millionen Euro nur noch 42 bis 46 Millionen.

In dem am Mittwoch vorgelegten SHW-Zwischenbericht nach neun Monaten heißt es, durch den VW-Abgasskandal könnte sich die Einschätzung von Chancen und Risiken für SHW im Vergleich zum Geschäftsbericht 2014 von Mitte März verändern. Unter anderem wurde dort schon auf die Abhängigkeit von wichtigen Kunden hingewiesen, die ihre Verhandlungsmacht ausspielen können.

Weil VW der Abgasskandal teuer zu stehen kommt, wird in der Zulieferbranche allgemein befürchtet, dass die Wolfsburger das Geld auch durch Einsparungen im Einkauf hereinzuholen versuchen. Laut SHW-Sprecher Schickling ist das schwäbische Traditionsunternehmen jedoch alltäglich mit dem Druck seiner Kunden konfrontiert, die Preise zu senken. Dies könne aber durch Effizienzsteigerungen in der eigenen Produktion ausgeglichen werden.

Im dritten Quartal bekam der SDax-Konzern allerdings in einer seiner Sparten Verzögerungen beim Produktionsausbau und der Kostenkontrolle zu spüren. „Die Entwicklungen der letzten neun Monate machen deutlich, dass wir uns auch in den kommenden Monaten voll und ganz auf die Abarbeitung der Rückstände bei der Umsetzung der Effizienzprogramme im Bereich Pulvermetallurgie konzentrieren müssen“, erklärte Konzernchef Frank Boshoff.

Agentur
Reuters 
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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